Donnerskirchner Paar ist 70 Jahre glücklich verheiratet. Seit sieben Jahrzehnten sind Erna und Rudolf Kleiner aus Donnerskirchen glücklich verheiratet und feierten nun Gnadenhochzeit.

Von Sigrid Janisch. Erstellt am 02. Februar 2019 (07:06)
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Zusammen. Rudolf und Erna Kleiner erhielten zur Gnadenhochzeit zahlreiche Glückwünsche, aber auch eine Kerze von einer Tochter, auf der alle Kinder, Enkel und Urenkel abgebildet sind.

Viele Besucher empfingen Erna und Rudolf Kleiner in den letzten Tagen. Und diese kamen zu einem besonderen Anlass, denn Erna und Rudolf Kleiner feierten ein besonderes Jubiläum: die Gnadenhochzeit, also ihren 70. Hochzeitstag. Nach Recherchen von Rudolf Kleiner sind sie erst das zweite Paar in Donnerskirchens Geschichte, das dieses jubiläum feiert. „Wir wissen nicht, wo die Zeit hin ist...“, stellen beide fest.

An den Tag ihres Kennenlernens erinnern sie sich gern: „Ich habe damals als Tagelöhner in Donnerskirchen gearbeitet, nachdem meine Eltern und ich als Deutschsprachige aus Ungarn vertrieben wurden. Da meine Mutter aus Donnerskirchen stammt, sind wir hierher gekommen“, so Rudolf Kleiner.

Vier Kinder, acht Enkel und elf Urenkel

„Ich war bei der Dreschgarnitur. Damit sind wir von Haus zu Haus gefahren und haben die Frucht gedroschen. Da war ich beim Strohbinden eingeteilt und meine Frau hat mir die Bänder zugereicht. Da sind wir ins Gespräch gekommen“, erinnert er sich. Schließlich feierten sie am 24. Jänner 1949 ihre Hochzeit und somit den Beginn ihres gemeinsamen Lebens. Daraus gingen vier Kinder, acht Enkel und elf Urenkel hervor. „Es ist schön, wenn alle hier sind“, stellt Rudolf Kleiner fest.

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Gefunden. Erna und Rudolf Kleiner gaben sich vor 70 Jahren das Ja-Wort.

Das Geheimnis ihrer harmonischen Ehe: „Wir haben immer viel miteinander gesprochen und immer so lange, bis alles ausgeredet war“, so Erna Kleiner, denn sie waren „sich nicht immer einig“, schmunzelt sie.

Auch sehr wichtig war, sich gegenseitig zu unterstützen, etwa wenn Rudolf Kleiner neben seiner Tätigkeit als Lehrer – er unterrichtete ab 1948 in der Donnerskirchner Schule und war von 1980 bis 1985 Direktor – eine Chronik von Donnerskirchen schrieb. Denn: Der Schuldirektor außer Dienst interessiert sich für Geschichte und arbeitete so auch die Geschichte der Bevölkerung des Heidebodens auf, einem Komitat in Ungarn, aus dem auch er stammt. „Meine Frau hat in dieser Zeit zu Hause viel gearbeitet und die Kinder versorgt“, sagt er heute nicht ohne Stolz.

Auch heute unterstützen sie sich: „Täglich gehen wir, wenn es das Wetter zulässt, spazieren, rund 1.000 Schritte und abends schauen wir fern und plaudern dann noch bis in die Nacht“, schmunzelt Rudolf Kleiner. Seit über 70 Jahren geht ihnen der Gesprächsstoff nicht aus, und beide hoffen, dass dies auch noch lange so bleibt.