Donnerskirchen: Solarenergie aus dem Weingarten

Erstellt am 23. September 2022 | 05:46
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8477425_eis38wp_pv_donki.jpg
Herbert Oschep und Andreas Liegenfeld vom Weintourismus Burgenland, Stephan Sharma von Burgenland Energie und Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.
Foto: zVg
Das Weingut Liegenfeld installierte in Kooperation mit der Burgenland Energie eine PV-Anlage in einem Weingarten in Donnerskirchen. Nun wurden die ersten „Sonnentrauben“ geerntet.

Bei der Installation der PV-Anlage in den Weingärten der Familie Liegenfeld handelt es sich um ein Pilotprojekt, welches von der Technischen Universität (TU) Wien und dem Bundesamt für Weinbau wissenschaftlich begleitet wird. Die mit Solarstrom betriebenen Panele sollen die Reben vor Frost und Hagel schützen. Außerdem soll untersucht werden, ob die Traubenqualität im Vergleich zum restlichen Weingarten identisch bleibt.

„Ich freue mich, dass ich mit meinem Weingut österreichweit als erstes dieses zukunftsweisende Projekt einnehmen und unterstützen darf“, so Andreas Liegenfeld. Auch Bürgermeister Johannes Mezgolits unterstützt das Projekt und sagt: „Forschung und Entwicklung ist extrem wichtig. Diese Anlage wird für künftige Entwicklungen im Weinbau entscheidende Erkenntnisse liefern.“

Die circa fünf Hektar große PV Anlage im Nahebereich des Biolandgut Esterhazy wurde gemeinsam mit der Burgenland Energie im Jahr 2022 bei einer Bürgerversammlung in Donnerskirchen vorgestellt und ist neben dem bereits errichteten Bio-Energie Campus als Schauanlage geplant.

PV-Anlage soll auch dem Wein helfen

Die PV-Anlage besteht aus 20 semi-transparenten Modulen, die nach Ost-West ausgerichtet sind und ausreichend Licht durchlassen. Ziel des Projektes ist es, die Weinreben vor Umwelteinflüssen wie Hagel oder starkem Regen zu schützen.

Auch eventuelle Unterschiede im Vergleich zum restlichen Weingarten bezüglich der Qualität spielen eine entscheidende Rolle. Dazu führt das Bundesamt für Weinbau Most- und Reifegraduntersuchungen durch.

Weiters wurde in den Monaten März und April die Anlage mittels Batteriespeicher erweitert, da diese mit Heizdrähten gegen Spätfrost im Weinbau ausgerüstet ist. Vorerst ist diese Kleinstanlage auf drei Jahre genehmigt.

120 Flaschen „Sonnenwein“

Da die Anlage eine Bauhöhe von 3,5 m hat, ist eine Durchfahrt mit landwirtschaftlichen Geräten problemlos möglich. Außerdem können die Paneele bei Bedarf jederzeit abgebaut und in einem anderen Teil des Weingartens aufgestellt werden.

Stolze 200 Kilogramm Weintrauben, welche sich unter der Anlage befanden, wurden bereits diese Woche geerntet. Andreas Liegenfeld ist bereits auf die Ergebnisse des Bundesamtes für Weinbau gespannt: „Bei der Ernte und der ersten Untersuchung konnte ich feststellen, dass die Traubenqualität sehr identisch zum Rest ist. Aber natürlich müssen die Trauben noch auf den Säuregehalt, BH-Wert und vieles mehr untersucht werden. Das endgültige Ergebnis steht noch aus.“

Der Sonnenwein wird anschließend in 100 bis 120 Flaschen gefüllt und ab Januar nächsten Jahres zum Verkauf angeboten.

Schon im Jahr 2016 wurden auf Initiative des Bürgermeisters drei Anlagen errichtet. Diese drei Anlagen findet man nun beim Kindergarten, Gemeindeamt und beim Sonnenwaldbad. Diese sollen auch erweitert und auf weiteren kommunalen Gebäuden errichtet werden.