Caritas-Helferin Sieger: Wiederholtes Drama an Grenze. Die Caritas-Krisenhelferin Michaela Sieger ist nach Kleinhöflein heimgekehrt. Sie beschreibt das Drama an der EU-Grenze.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 20. März 2020 (05:57)
Flüchtlingshilfe. Michaela Krieger aus Kleinhöflein ist in Griechenland mit der Caritas Auslandshilfe im Einsatz und ärgert sich, dass sich an den katastrophalen Zuständen seit 2016 nichts geändert hat. Auch damals war die 39-Jährige bereits für die Caritas im Einsatz, damals in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze.
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Michaela Sieger steht an der griechischen Grenze und betreut Flüchtlinge an der EU-Außengrenze. Die Mitarbeiterin der Caritas-Auslandshilfe sieht dabei menschenunwürdige Zustände in Lagern, hilflose Menschen und katastrophale Zustände.

Michaela Sieger, Caritas Auslandshelferin in Griechenland.
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„Die humanitäre Situation ist extrem dramatisch. Mittlerweile sind dort rund 14.000 Menschen, die nicht wissen, ob sie weiterkommen. Männer, Frauen mit kleinen Kindern, alte Menschen im Rollstuhl kommen zu jeder Tages- und Nachtzeit und müssen im Regen und Schlamm draußen sitzen, weil es nicht genug Zelte gibt“, schildert die Kleinhöfleinerin. Das alles war 2016.

Und heute? Exakt dasselbe Bild. Auch 2020 betreut die Caritas wieder Flüchtlingslager im EU-Grenzgebiet, die Kleinhöfleinerin ist diesmal „an der Heimatfront“ aktiv und sammelt Geld für Spendenpakete.

Die Burgenländerin sorgt sich vor allem um die tausenden unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die über die Türkei nach Griechenland in die EU einreisen. Diese stranden in Idomeni, an der griechisch-mazedonischen Grenze. Dort lässt sich das gleiche Problem wie vor einigen Jahren erkennen, als Sieger sich selbst vor Ort ein Bild machen konnte.

Keine Lösung an derAußengrenze in Sicht

Die Politik scheint keine Antworten darauf gefunden zu haben —

weder in Griechenland, noch in Österreich oder der Europäischen Union insgesamt. Die Lager sind überfüllt, Hilfsmaßnahmen von staatlichen Einrichtungen gibt es kaum, Lösungsansätze noch weniger. „Ich konnte es damals nicht glauben, dass in Europa so schreckliche Zustände möglich sind — und jetzt passiert es schon wieder“, ist Sieger entsetzt.

Bis es Lösungen gibt, müssen Ehrenamtliche wie Michaela Sieger das schlimmste menschliche Leid lindern oder es zumindest versuchen.

Im Laufe ihrer Karriere war die Caritas-Mitarbeiterin schon in Krisenregionen im Einsatz, etwa auch im Sudan, wo damals nach jahrezehntelangem Krieg eine Hungersnot herrschte.

Mit der Caritas organisiert sie derzeit Hilfpakete für Flüchtlinge in Lagern im Griechisch-Türkischen Grenzgebiet. Dort leben derzeit tausend „besonders schutzbedürftige“ Menschen, wie Minderjährige, Kranke, Folteropfer und hochschwangere Frauen. Ein Schwerpunkt der Hilfsleistungen ist die psychologische Arbeit mit Frauen und Männern, die die Erlebnisse der Flucht verarbeiten müssen.

Auch wenn die Krise an der EU-Außengrenze und auf den griechischen Inseln wegen der Corona-Pandemie kaum wahrgenommen wird: An der Krise hat sich nichts geändert.

Wer Michaela helfen möchte: Kontonummer AT34 3300 0000 0100 0652 Kennwort: Flüchtlingshilfe Griechenland. Weitere Infos online: bit.ly/BVZ-Caritas