Lehrling aus Eisenstadt wurde erpresst. Ein 16-Jähriger wurde bedroht und zu Geldübergaben genötigt. Man einigte sich auf einen außergerichtlichen Tatausgleich.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 18. März 2020 (04:56)
Das Justizzentrum Eisenstadt.
Werner Müllner

Drei junge Männer im Alter von 17 bzw. 18 Jahren mussten sich vorige Woche vor Jugendrichterin Gabriele Nemeskeri verantworten. Mehrfach sollen sie einen heute 16-jährigen Lehrling erpresst haben.

„Gib mir Geld, sonst bekommst du Probleme!“, soll einer der Angeklagten den Jugendlichen im September 2018 in Eisenstadt angeherrscht haben. Dabei soll er sich aggressiv vor dem Jüngeren aufgebaut und diesen genötigt haben, ihm fünf Euro zu übergeben.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich im Juni 2019. Mit den Worten „Entweder du gibst ma an Fünfer oda i nimm da alles weg“, soll der Lehrling zur Geldübergabe gezwungen worden sein.

Körperliche Attacke am Georgi Kirtag

Zu zweit sollen die Angeklagten im August 2019 den Jugendlichen bedroht haben. „Entweder du gibst ma an Fünfer oda i hau das Moped um“, soll die Aufforderung gelautet haben.

Beim Georgi Kirtag in St. Georgen im April 2019 soll es zusätzlich zu einer körperlichen Attacke gekommen sein. Der Lehrling berichtete, dass er von dem 17-jährigen Angeklagten, der ebenfalls eine Lehre macht, eine „Flache“ bekommen habe.

„Ich habe ihn oft wegen Geld angeschnorrt“, gab der angeklagte 17-Jährige zu. Er sprach von einem „dummen Spaß“, aber auch davon, dass er mitbekomme habe, dass sich der Lehrling vor ihm fürchtete. „Ich habe sicher oft nachgestichelt“, zeigte sich der 17-Jährige reuig.

„Es war ein dummer Scherz, der wohl anders hätte ablaufen sollen“, sagte jener 18-jährige Angeklagte, der den Lehrling ebenfalls unter Druck gesetzt haben soll. „Wenn jemand Angst hat, muss man aufhören!“, ermahnte die Richterin die Angeklagten. Der dritte Angeklagte war verdächtigt worden, an den körperlichen Attacken beim Georgi Kirtag beteiligt gewesen zu sein. Vor Gericht gab er an, von der Rauferei nichts mitbekommen zu haben.

Der 16-jährige Lehrling zog seine Vorwürfe gegenüber diesem Angeklagten zurück. „Es war nur einer“, stellte er klar.

Jene beiden Angeklagten, die den Jugendlichen erpresst hatten, entschuldigten sich bei ihrem Opfer mit Handschlag. Die Richterin stellte nach diesem außergerichtlichen Tatausgleich das Verfahren gegen die beiden jungen Männer ein.

Der dritte Angeklagte wurde von den gegen ihn erhobenen Vorwürfen im Zweifel freigesprochen.