Purbach: Mit Küssel marschieren, Doskozil plakatieren

Erstellt am 18. September 2022 | 05:48
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8470031_eis37wp_rennmayr.jpg
Peter Rennmayr auf einer von ihm angemeldeten Kundgebung der Corona Querfront mit der in der Neonazi-Szene aktiven Karin Küssel.
Foto: presse-service.net
Die Liste Rennmayr setzt im Wahlkampf auf Provokation und Unterstützung von Rechtsaußen.

Wenn sich Peter Rennmayr mit dem Motto „jede Aufmerksamkeit ist gute Aufmerksamkeit“ in den Wahlkampf begab, hat sich seine Taktik bezahlt gemacht. Eine Klagsdrohung der SPÖ-Landespartei wegen einer Plakatserie die Rennmayr mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil zeigt und eine Grüne-Pressekonferenz wegen seiner Nähe zum bekanntesten Neonazi Österreichs, Gottfried Küssel, zum rechtsextremen Impfgegner-Milieu garantieren jedenfalls Aufmerksamkeit. Sofern das alles Teil der Wahlkampftaktik ist, lautet die Devise wohl „maximale Provokation.“

„Dass die SPÖ dies nicht will, ist die Sache der SPÖ.“

Distanzieren will sich Rennmayr jedenfalls nicht, weder von den Plakaten noch von Verschwörungserzählungen oder verurteilten Neonazis. „Auch wenn Landeshauptmann Doskozil einer anderen Fraktion angehört, so ist er auch mein Landeshauptmann“, erklärt Rennmayr auf BVZ-Anfrage. „Dass die SPÖ dies nicht will, ist die Sache der SPÖ.“ Die Klage der SPÖ, weil Rennmayr mit dem Landeshauptmann wirbt, sei lediglich ein Diffamierungsversuch und rechtlich nicht haltbar.

Die Grünen wandten sich zu Wochenbeginn gar mit einer Pressekonferenz gegen Rennmayr. Spitzenkandidat Nikolas Brunäcker sei „zugetragen worden, „dass Gottfried Küssel persönlich bei Wahlkampfveranstaltungen der Liste Rennmayer im Hintergrund aktiv ist. Als Purbacher bin ich „erschüttert, dass eine solche Ideologie auf dem Purbacher Wahlzettel steht.“ Mit der Liste Rennmayr „versuchen Rechtsextreme, unter dem Deckmantel der Coronakritik, in den Purbacher Gemeinderat einzuziehen und sich damit zu legitimieren“, kritisiert Brunäcker weiter.