Abstimmung gegen Zentralbahnhof!. Der Großhöfleiner Gemeinderat beschloss, keinen Grund für einen Großbahnhof auf Gemeindegebiet umzuwidmen. Ist das Projekt damit gestorben?

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 16. Januar 2020 (06:06)
Fährt nicht in Großhöflein. Ein ÖBB Güterzug.
Weingartner

Der Großhöfleiner Gemeinderat beschloss bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Freitag, dass kein Gemeindegrund für einen Großbahnhof umgewidmet werden darf. Damit schob er der von Seiten der Landes-SPÖ geäußerten Idee, einen „Zentralbahnhof Nord“ mit Park and Ride und Einkaufszentrum auf Großhöfleiner Hotter zu errichten einen Riegel vor.

Zentralbahnhof Nord. Hier ist er derzeit gelegen.
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„Ich habe bei der Formulierung Bauchweh“, betonte Bürgermeister Heinz Heidenreich (SPÖ) und führte aus: „Ich bin dafür, Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Das wird erschwert, wenn wir uns gegen eine Park and Ride-Anlage in Großhöflein wehren.“

ÖVP-Vizebürgermeisterin Maria Zoffmann konnte dem nur teilweise zustimmen: „Wir sind für den Ausbau der Schiene, aber gegen jedes Zubetonieren von Weingarten-Flächen.“

Bei der Abstimmung waren sich dann fast alle einig: Der Beschluss wurde ohne Gegenstimme mit einer Stimmenthaltung angenommen.

Resolution an Land und Bund

Damit gibt es für den Bahnhof nur noch eine einzige Möglichkeit: Wenn der Bund von seiner rechtlichen Möglichkeit Gebrauch macht, über den Gemeindebeschluss „drüberzufahren“ und dennoch auf Großhöfleiner Hotter zu bauen.

Dem wollte eine Resolution von Freier Liste Großhöflein (FLG) und ÖVP vorbeugen: Beide Fraktionen stimmten mit ihrer Mehrheit dafür, den Gemeinderatsbeschluss schriftlich an Landes- und Bundesregierung zu schicken. Heidenreich und Teile der SPÖ-Fraktion stimmten dagegen.

Ein ungewöhnliches Detail am Rande: Da die Sitzung aufgrund des Bahnhofs-Beschlusses extra einberufen werden musste, fällt ein zusätzliches und nicht budgetiertes Sitzungsgeld von 1.500 Euro an. Zwei Großhöfleiner Bürger boten daher an, dieses aus ihrer persönlichen Kasse zu bezahlen.

Die nächste Gemeinderatssitzung wird die Rechnungsabschluss-Sitzung sein und entweder Ende März oder Anfang April stattfinden. Die BVZ wird natürlich berichten.