Spitäler rüsten sich für zweite Welle. „Corona-Spital“ ist nicht mehr in Oberpullendorf, Krankenhäuser versorgen die Regionen. Stufenplan sichert Kapazität.

Von Carina Fenz. Erstellt am 08. Oktober 2020 (05:55)
Zweite Welle? Es könnte wieder Einschränkungen wie im Frühling geben.
BVZ-Archiv/Wagentristl

Es ist eine Kennzahl, die in der Corona-Debatte zuletzt etwas aus dem Bewusstsein gerückt ist: die Anzahl der isolierbaren intensivmedizinischen Betten (Intensive Care Units, kurz ICU). Diese werden für schwer Erkrankte benötigt, die mitunter um ihr Leben kämpfen. Genau diese Betten füllen sich nun wieder. Um die Versorgung in allen Landesteilen zu sichern, setzt man nun auf alle Spitäler.

Der Koordinationsstab und die Landesregierung, der Landesspitäler-Betreiber KRAGES und die Barmherzigen Brüder in Eisenstadt beraten derzeit, wie die steigende Anzahl der Corona-Patienten zu verteilen ist. In Eisenstadt gibt es in der Corona-Station elf Zimmer mit 27 Betten, vier Corona-ICU stehen hier zur Verfügung.

Bei der „ersten Welle“ im Frühling kamen die Notfallpatienten noch in die Corona-Station in Oberpullendorf. Derzeit muss das Spital in Eisenstadt den laufenden Normalbetrieb aufrecht erhalten und gleichzeitig Kapazitäten in der Covid-Station vorhalten. „Eine neue Herausforderung“, wie es auf BVZ-Nachfrage heißt.

Operationen und Co. trotz Corona-Versorgung

„Anstatt konzentriert in einem Spital, versorgt jedes Krankenhaus grundsätzlich ,seine‘ Patienten selbst, also auch Covid-19-Patienten“, wird der neue Plan vonseiten des Landes-Koordinationsstabes erklärt. Dies habe vor allem den Grund, „die bestmedizinische Versorgung aller Patienten und den Normalbetrieb in allen Krankenhäusern sicherzustellen“. Dies bedeutet auch, dass Operationen weiterhin wie geplant in allen Häusern durchgeführt werden „und es nicht zu regionalen Versorgungs-Engpässen kommt“.

Intensiv-Betten. Derzeit ist das Krankenhaus in Eisenstadt am stärksten belegt. Künftig werden die schweren Fälle aufgeteilt.
Shutter- stock/pirke

Um diese Versorgung zu gewährleisten, wurde ein Stufenplan erarbeitet, der für jedes Haus eine Kapazitätsgrenze hinsichtlich Covid-Patienten und Verdachtsfällen festlegt. Zeichnet sich in einem der Häuser ein Erreichen der Kapazitätsobergrenze ab, wird nach Plan ein anderes Krankenhaus – im Hinblick auf die Versorgungsregionen Nord und Süd – kontaktiert.

„Alle tragen hiermit dazu bei, dass die Patientinnen und Patienten im Burgenland gut, sicher und wohnortnahe versorgt werden und dass wir die Aufgaben in der anhaltenden Covid-Pandemie fair verteilen“, heißt es dazu auch aus der KRAGES. In allen Häusern wird an die Eigenverantwortung appelliert: Hände-Desinfektion, Abstandsregeln und Mund-Nasen-Schutz bleiben an der Tagesordnung, ebenso die geltenden Besucher-Beschränkungen.

Auch für die kalte Jahreszeit und steigende Zahlen sei man gerüstet, wird im Landes-Koordinationsstab betont: „Das Burgenland ist zu keiner Zeit an Kapazitätsgrenzen gestoßen.“ Für den Ernstfall und weiter stark steigende Infektionszahlen können die Not-Krankenstation in Bad Tatzmannsdorf sowie die Not-Krankenanstalt im Eisenstädter „Allsportzentrum“, die zurzeit als zurückgebaut gelten, rasch wieder hochgefahren werden.