Geübte Geiselnahme in Mörbisch. Beim „SAM.I-Rescue Camp“ übten Internationale Samariterbund Organisationen Notfälle wie einen Amoklauf und Stromunfälle. Die BVZ war mit dabei.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 20. August 2019 (15:26)

Die Betonwüste am Mörbischer Mistplatz war mit Schreien erfüllt. „Helft mir!“, rief eine Frau mit Bauchschuss. Die Samariter waren aber selbst auf Hilfe angewiesen, Schüsse zerrissen die gespannte Stimmung.

Endlich kam die Einsatztruppe der Polizei. Gezielt tasteten sie sich durch die Betonblöcke, dann ein Feuergefecht und dann war es still. Der „Active Shooter“, der Amokläufer also, ist neutralisiert. Die Sanitäter konnten mit ihrer Arbeit beginnen. Es war eine erfolgreiche Übung, so erfolgreich wie nervenaufreibend. Es sollte aber nicht die letzte Prüfungen für die tapferen Samariter bleiben.

Europa trainiert den Ernstfall

Am 16. und 17. August kamen Einheiten des Arbeiter Samariter Bundes aus ganz Europa nach Mörbisch. Die „Samaritan International“ (SAM.I) übten gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr und Wasserrettung realitätsnahe Szenarien wie einen Amoklauf, die Bergung eines verunglückten Fallschirmspringers und einen Verkehrsunfall mit Starkstrom-Bauteilen (Energie Burgenland-Chef Michael Gerbavsits war gerne Übungspartner, betonte aber: „Wir haben 99,9-prozentige Ausfallsicherheit.“).

Samariter International feiern 25-Jahr-Jubiläum

Der SAM.I-Einsatzleiter Wolfgang Krenn war zufrieden: „Die Teilnehmer haben bewiesen, dass sie in Notsituationen rasch und effizient handeln können und zu einer guten Teamarbeit fähig sind.“

Die Übung fand nicht zufällig zum 25-Jahr-Jubiläum der Partnerschaft der internationalen Samariterbund-Verbände statt. Im Rahmen der Großübung fand auch das „Samariterforum“ statt. Vorrangiges Ziel: KnowHow-Transfer. „Ein großer Dank gilt allen ehrenamtlichen Helfern“, schloss SAM.I-Vizepräsident Reinhard Hundsmüller.