Streit Esterhazy und Yachtclub Breitenbrunn eskaliert. Mit einer zweiten Klage, die der Yachtclub Breitenbrunn gegen Hausherrn Esterhazy eingebracht hat, ist der Vergleich gestorben.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 14. August 2019 (06:35)
zVg (Porträts) bzw. Esterházy (Hintergrund)
Briefeschreiber. Direktor Matthias Grün (li.) von der Stiftung Esterházy und Walter Bajons vom Yachtclub Breitenbrunn. Im Hintergrund der Stein des Anstoßes: Esterházy baut am See in Breitenbrunn, der Yachtclub will sein Areal behalten. Fotos: zVg (Porträts) bzw. Esterházy (Hintergrund)

Als Ende 2018 der 50-jährige Pachtvertrag zwischen der Gemeinde Breitenbrunn und der Stiftung Esterházy für das Seebad auslief, sah Esterházy damit auch das Ende für den Yachtclub Breitenbrunn YCBb gekommen. Dieser hatte zwar unzählige Goldmedaillen im Segeln, aber – laut Esterhazy – keinen Vertrag mit ihnen sondern nur mit der Gemeinde. Der YCBb sieht das anders.

Und damit beginnt das Problem: Die Stiftung baut den See groß um, der Yachtclub will keine Grund-Einbußen. Beide Seiten bemühten sich um einen außergerichtlichen Vergleich, die Stiftung Esterházy sieht die Gespräche in einem „offenen Brief an die Mitglieder“ nun als „gescheitert“.

Vertrag oder kein Vertrag?

Matthias Grün, Direktor bei Esterházy für Forst- und Naturmanagement, betont in dem Brief dem YCBb Liegenschaften mit mehreren tausenden Quadratmetern angeboten zu haben, was der YCBb ausgeschlagen habe. Unverständlicherweise, so Grün, immerhin habe der YCBb ohne Vertrag keine Ansprüche und die abgetrennten, exklusiven Liegenschaften seien in keinerlei sportlichem Interesse. Außerdem gäbe es widerholte juristische und mediale Angriffe des YCBb gegen Esterházy.

Esterházy
Stein des Anstoßes. Esterházy baut am See in Breitenbrunn, der Yachtclub will sein Areal behalten.

Dass es keinerlei Verträge zwischen Esterházy und dem YCBb gäbe, kann dessen Präsident Walter Bajons („Ich habe keinen Brief erhalten!“) nicht nachvollziehen: Im Vertrag mit der Gemeinde gibt es Schutzbestimmungen für ebendieses Ende des Pachtvertrages, legt Bajons, selbst Jurist, der BVZ vor. Durch diese sei Esterházy im direktes Vertragsverhältnis zum YCBb.

Der kritiserte abgetrennte Clubbereich habe in den Siebzigern der Errichtung (durch die „Miete“ konnten damals die notwendigen 10 Millionen Schilling aufgebracht werden) und bis heute dem Erhalt der Anlage gedient, erklärt Bajons und schließt Direktor Grün gegenüber: „Dass gerade Sie, der Sie den größten Großgrundbesitzer im Burgenland vertreten, sich daran stoßen, dass sich Menschen ihren Platz am See geschaffen und aufgebaut haben, wundert mich.“

Bajons nimmt den Esterházy-Brief „sportlich“ und versichert, dass seinerseits „eine Gesprächsbasis erhalten bleiben wird“.