Firmenwohl kostet Jobs. Nina Sorger über Kündigungen und Abwanderung im Müllendorfer Betriebsgebiet.

Von Nina Sorger. Erstellt am 06. März 2019 (05:25)

„Neuausrichtung“ ist ein Schlagwort, das durch viele Betriebsgebiete geistert. In Gebieten, wie Hornstein bedeutet es derzeit einen Zuzug an Firmen, in Müllendorf bedeutet es Abwanderung und Kündigungen. Wie zu Jahresbeginn bekannt wurde, kostete die Neuausrichtung bei der Rollenoffset-Druckerei Walstead Leykam insgesamt 114 Arbeiter ihren Job. Jene 15 Arbeiter im Leykam-Werk in Müllendorf haben Glück im Unglück: Ihre Kündigung wird bis Ende Juni hinausgezögert, denn erst dann wird jene Maschine abgebaut, die für eine „nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens für die Zukunft“ eingespart wird.

Das ebenfalls hier angesiedelte Logistikzentrum des Lebensmitteldiskonters Lidl will bis 2021 nach Niederösterreich abwandern, wodurch in der Region weitere 200 Arbeitsplätze in Gefahr sind. Sie haben – während es trotz humaner Sozialpläne für die 15 Leykam-Arbeiter im sterbenden Druckegewerbe eher schlecht aussieht – eine größere Chance wieder einen Job zu bekommen, sollte sich nach 2021 in dem dann leerstehenden Logistikzentrum eine neue Firma ansiedeln.