Bezirk Eisenstadt rüstet sich gegen Coronavirus. Die Corona-Fälle in Stadt und Bezirk häufen sich, Spital, Kindergärten und Landhaus rüsten sich dagegen. Hier lesen Sie, wie.

Von Doris Fischer und Markus Wagentristl. Erstellt am 25. März 2020 (04:25)
„Anders als am NovaRock.“ Securities bewachen das Spital.
BVZ

Bis zu Redaktionsschluss Dienstagmittag verzeichnete die Stadt sechs, der Bezirk acht Corona-Fälle. Die ersten verzeichneten Bezirksfälle ließen sich noch alle auf einen Schiausflug in Tirol zurückführen, mittlerweile wissen viele positiv Getestete selbst nicht, wo sie sich angesteckt haben könnten.

Corona im Landhaus, Triage im Spital

Im Landhaus in Eisenstadt ist es bereits zu Corona-Fällen gekommen, ein Mitarbeiter scheint drei weitere in seinem Referat angesteckt zu haben. Damit es im Spital nicht auch dazu kommt, wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

Die Mediziner arbeiten in Schichten, Patienten werden eingangs nach Corona-Risiko untersucht, einer Notfallskala eingeordnet („Triage“) und Besuche sind verboten (Ausnahmen: Krebs- und Palliativ-Station). Sehr zum Ärger der angehenden Mütter: Die Väter dürfen nicht mit ins Spital.

Für die Einhaltung der Regeln sorgt die Sicherheitsfirma Wagner vor dem Haupteingang. „Es ist natürlich etwas anderes, als etwa beim NovaRock aufzupassen“, erzählt der BVZ ein Sicherheitsdienst aus Mörbisch, der anonym bleiben muss. „Hier soll ich mehr erklären, die Besucher verstehen das aber alle“, so der Security, der mit Mundschutz und Handschuhen ausgerüstet, auch Pakete für Patienten entgegen nimmt.

Ein solches gibt während dem BVZ-Augenschein auch Kevin Reinprecht auf. Er versteht zwar, dass er derzeit aus Sicherheitsgründen nicht zu seiner Frau darf, „dass ich beim Herfahren rund 40 Pensionisten in Gruppen draußen spazieren sehen musste, das versteh ich nicht. Hier müsste der Staat strenger sein“, so der junge Schützener.

Hornstein: Corona im Kindergarten?

Zwei Hornsteiner wurden positiv auf das Corona-Virus getestet. „Es gibt einen ersten bestätigten Fall von COVID-19 in unserer Gemeinde. Es ist davon auszugehen, dass weitere Fälle folgen werden. Die betroffene Person ist knapp über 50 Jahre alt und hatte einen Bezug zu Tirol. Die Quarantäne wird strikt eingehalten. Die betroffene Person befindet sich bereits auf dem Weg der Besserung“, ließ Hornsteins Bürgermeister Christoph Wolf (ÖVP) am Mittwoch der Vorwoche wissen. Und er behielt Recht.

Denn drei Tage später gab es einen weiteren COVID-19-Fall. „Im nahen Familienumfeld einer Mitarbeiterin des Kindergartens gab es einen Corona-Todesfall und weiters heute eine positive Testung“, berichtet Wolf. Als reine Vorsichtsmaßnahme kommt es vom 23. März bis 27. März zur Schließung des Kindergartens, der Kinderkrippe und des Horts.

„Für die vier Kinder haben wir eine alternative Betreuung gefunden“, versichert Wolf. Derzeit liegt bei keiner Mitarbeiterin und auch bei keinem Kind aus dem Kindergarten eine Erkrankung vor, es sind der Gemeinde auch keine Symptome bekannt oder gemeldet worden.

„Diese Vorsichtsmaßnahme treffen wir, um die Gesundheit unserer Kinder, Familien und Mitarbeiter zu erhalten. Nur so können wir langfristig eine Betreuung sicherstellen und die Ansteckungsgefahr in Hornstein eindämmen“, meint Wolf, der um größtmögliche Transparenz bemüht ist.