Rust will Vögel schützen. Da zwei Zugvögel der Storchenstadt im Straßenverkehr verendet sind, will man in der Freistadt mit neuen Verkehrstafeln für mehr Sicherheit sorgen.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 04. August 2019 (06:22)
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Gans langsam. Landesrat Christian Illedits, Bürgermeister Gerold Stagl, Künstler Geronimo und Landesrätin Astrid Eisenkopf mit dem neuen Verkehrsschild.

Vor Kurzem wurden in Rust zwei Störche angefahren und verendeten. Jedes Jahr hat man in der Seegemeinde Verluste zu beklagen, nun will man in der Gemeinde eine Lösung finden, um die Störche in Zukunft besser zu schützen.

Der Storchenverein der Freistadt Rust, Gemeinde- und Landesvertreter luden am Wochenende ins Kremayrhaus zur Präsentation der neuen Verkehrstafeln, die zu mehr Sicherheit auf den Landesstraßen führen sollen. Acht Tafeln, die den Storchen zuliebe ein langsameres Tempo fordern — bei den Tafeln handelt es sich um keine Verordnungs- sondern Empfehlungstafeln — werden dazu aufgestellt. Eine juristische Lösung, etwa vorgeschriebene Tempolimits seien auf den Landesstraßen für die Störche kaum durchsetzbar, erklärte Storchenverein-Obmann Josef Karassowitsch.

Sicherheit vor allem für Jungvögel

Daher appelliere man zunächst an die Autofahrer, damit diese freiwillig langsamer fahren. Aufgestellt werden die Tafeln bei den Stadtausfahrten von Rust. Besonders die Landesstraße von Oggau über Rust nach Mörbisch ist für die Störche ein beliebter Aufenthaltsort: „Derzeit beginnen die Jungstörche zu fliegen, neben der Straße suchen sie im hohen Gras nach Futter. Dort sind sie oft schwer zu sehen und, wenn sich ein Auto nähert, starten die jungen Vögel häufig in Richtung Straße und werden dann beim Wegfliegen von den Autos erwischt“, so Karassowitsch bekümmert.

„Natürlich spielt der Festspiel-Verkehr auch mit“, erklärt Karassowitsch. Der oberste Storchenfreund der Freistadt will auch mit den Nachbargemeinden in Kontakt treten, um dort die Ortsausfahrten den Störchen zuliebe ebenfalls zu beschildern.

Eine eigene Kampagne wurde auch den Gänsen gewidmet: Künstler Geronimo aus Rust zeichnete für die Freistadt eine Gänse-Karikatur, die künftig die Einwohner und Touristen dazu ermahnen soll, „Gans langsam“ zu fahren.