Tatortbegehung nach Mord. Im Falle des toten 22-Jährigen, der in der Nähe der Mörbischer Kläranlage gefunden wurde, kam es am Wochenende zu einer Tatortbegehung in Bruck an der Leitha.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 09. Oktober 2020 (05:22)
Tatort.Der 28-jährige Tatverdächtige, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt, soll beim Lokalaugenschein ein Geldversteck preisgegeben haben, beruft sich die APA auf einen Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Lenger, Monatsrevue

Der Mordfall in Mörbisch sorgte am 10. August — als Todesursache gilt nicht die stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Kopf, sondern Ertränken — für Betroffenheit und Rätselraten: Wieso war der 22-Jährige aus dem Bezirk Neusiedl in Mörbisch gefunden worden?

Um Licht ins Dunkel zu bringen, fand am Wochenende eine Tatortbegehung in Bruck an der Leitha statt. Der Tatverdächtige, der kurz nach dem Leichenfund inhaftiert wurde, habe beim Lokalaugenschein ein angebliches Geldversteck preisgegeben, heißt es von der APA unter Berufung auf einen Sprecher der Staatsanwaltschaft. Bei seiner Befragung durch die Polizei habe der Verdächtige ausgesagt, dass er am Tattag auf Bitte des 22-Jährigen diesen zu einem Treffen mit drei Männern nach Mörbisch begleitet habe. Dort sei die Situation eskaliert, woraufhin er in seinem BMW davongefahren sei. Der tatverdächtige 28-jährige Niederösterreicher, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt, weist den Mord-Vorwurf zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Weiters hoffen die Ermittler nach einem kürzlich erfolgten Aufruf bezüglich einer verschwundenen Armbanduhr der Marke „Rolex Batman“, die dem 22-Jährigen gehörte, auf Hinweise aus der Bevölkerung (die BVZ hat berichtet). Ebenso verschwunden seien 9.000 Euro, die der Getötete bei sich gehabt haben soll. Besonders brisant: Ein Geldbetrag in ähnlicher Höhe sei im Wagen des Beschuldigten gefunden worden. Der 28-Jährige bestreite jedoch, dass das gefundene Geld dem Opfer gehört habe. Unbestätigten Berichten nach soll es sich lediglich um Erspartes handeln.

Nicht geständig. Der Niederösterreicher weist den Mordvorwurf zurück. Er will den 22-Jährigen lediglich nach Mörbisch begleitet haben, wo er mit drei Männern in Streit geraten sei. Dann sei er davongefahren, so der Tatverdächtige.
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Man gehe jedem Hinweis nach — natürlich auch dem, was der 28-Jährige sage, versichert ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Medienberichte, wonach ein DNA-Gutachten den Beschuldigten entlasten soll, wurden von der Staatsanwaltschaft nicht bestätigt: „Es gibt DNA-Untersuchungen, diese sind noch nicht abgeschlossen“, hieß es dazu auf APA-Anfrage.