Unterschied bei Impfmoral im Kindergarten. Während in der Volksschule Mörbisch fast das gesamte Personal geimpft ist, klagen einige Eltern in Mörbisch über die „Impfskepsis“ im örtlichen Kindergarten.

Von Daniel Hahofer und Peter Wagentristl. Erstellt am 12. Juni 2021 (03:51)
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Impfen. Der Kindergarten Mörbisch musste wegen Covid-Fällen zweimal geschlossen werden. Das Personal bleibt scheinbar Impf-skeptisch.
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In der Grenzgemeinde am See wird seit einiger Zeit über die geringe Impfmoral im örtlichen Kindergarten diskutiert — was auch schon zu Beschwerden von Eltern geführt habe.

„Es besteht aktuell keine Impfplicht. Das im Kindergarten beschäftigte Personal ist nicht nur Gänze geimpft. Ein Teil verzichtete bisher auf die Impfung“, erklärt die Leiterin des Kindergarten Mörbisch der BVZ. Zahlen möchte sie aber keine nennen.

„Keine Impfpflicht“, kein Kommentar

„Es wird niemand zur Impfung gezwungen.“ Die Beweggründe der einzelnen Pädagoginnen wurden auf Wunsch der Kindergartenleitung nicht erläutert. Man beruft sich auf den Datenschutz.

Die Kindergarteninspektorin des Landes kam der Anfrage der BVZ um eine Stellungnahme nicht nach.

Im Gegensatz zum Kindergarten an der Grenze zum Schilfgürtel fiel die Volksschule am anderen Ortsende durch eine hohe Impfquote auf. Zum Start der Impfungen beim Lehrpersonal musste man sich sogar kurz sorgen machen, ob nicht zu viel Personal wegen Nebenwirkungen der Astra Zeneca-Impfung ausfallen würden.

Entsprechend blieben Fälle in der Volksschule auch aus. „Nur aufgrund eines Clusters im Kindergarten musste eine Klasse in Quarantäne geschickt werden“, erinnerst sich Direktorin Luise Feiler. „Ein Geschwisterl eines Schülers ging nämlich in den Kindergarten“, weshalb der Bruder und somit seine ganze Klasse in Isolation geschickt wurden. Die Covid-Fälle im Kindergarten sorgten auch noch in Rust für Probleme, wo eine Klasse der Mittelschule aus selben Anlass in Quarantäne geschickt werden musste.

Feiler betont, dass man aktuell mit dem Kindergarten covidbedingt weniger Kooperationen und Austausch habe als normalerweise, weshalb sie auch keinen Einblick in die Impfsituation im Kindergarten hat. Jedenfalls habe sie auch Verständnis, wenn sich jemand nicht impfen lassen möchte, „das ist jedem selbst überlassen“ — vor allem wenn sie sich an die (teils heftigen) Impfreaktionen ihres Personals erinnert.