Eisenstadt

Erstellt am 14. Februar 2019, 06:48

von BVZ Redaktion

Bald ausgeschwitzt? Eisenstadt überlegt Saunaschließung. Nach Kundenbeschwerden will die Stadt prüfen, ob sie die öffentliche Sauna im Allsportzentrum weiter betreibt oder schließt.

Lokalaugenschein. Die Sauna im Allsportzentrum präsentiert sich in 70er-Jahre-Charme, wird aber regelmäßig desinfiziert und saubergehalten.  |  BVZ

Die Stadt-FPÖ befürchtet eine mögliche Schließung der Sauna im Allsportzentrum. Stein des Anstoßes sind Kundenbeschwerden bezüglich der Hygiene in der Sauna. Laut einem Schreiben von Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) seien vor allem „Saunagäste, die sich nicht an die Regeln halten“, für Schäden an Öfen und Unsauberkeit verantwortlich.

So gebe es „Kunden, die sich mit Honig einschmieren und dabei die einfachsten Regeln missachten, indem sie sich ohne Benützung eines Handtuches in die Sauna begeben, was zu einer Verklebung und Verschmutzung durch diesen aufgetragenen Honig führt“, heißt es darin.

Sauna kostet die Stadt jährlich 100.000 Euro

Steiner lässt außerdem wissen: „Wenn Sie wirklich so unzufrieden sind und wir Ihre Ansprüche offensichtlich in keiner Weise erfüllen, könnte ich es verstehen, wenn Sie unser Angebot nicht mehr annehmen und Sie eine andere öffentliche Sauna wählen.“ FPÖ-Stadtparteiobmann Géza Molnár empört sich: „Man sieht, wie ernst es die ÖVP mit Bürgernähe und Kundenfreundlichkeit meint.“

Kritik. FPÖ-Stadtparteiobmann Géza Molnár will eventuelle Saunaschließung „nicht hinnehmen.“  |  FPÖ

Seit der technischen Sanierung des Allsportzentrums 2012 betreibt die Stadt die Sauna selbst. Jährlich schießt sie laut Steiner fast 100.000 Euro zu. Daher sei zu hinterfragen, „ob es für die Stadt sinnvoll ist, eine Einrichtung zu führen, die von einem relativ eingeschränkten Personenkreis benützt wird, extrem hohe Kosten verursacht und am Ende des Tages aufgrund der offensichtlichen Unzufriedenheit zu einer negativen Beurteilung der Stadt führt.“

Molnár, der sich „ausdrücklich gegen eine Schließung der Sauna“ ausspricht, wirft Steiner vor, „die Sauna heruntergewirtschaftet“ zu haben: „Erst legt er zahlenden Kunden nahe, sich gefälligst eine andere Sauna zu suchen, dann macht er sie auch noch für den schlechten Ruf des eigenen Betriebs verantwortlich.“

ÖVP

Steiner kontert: „Im Zuge der Sanierung des Allsportzentrums 2012 wurde natürlich auch die Sauna saniert bzw. erneuert. [...] Die künstliche Aufregung des Herrn Molnár, der gegen die getätigten Investitionen in die Sauna gestimmt hat, zeigt, dass er nur ein Ziel hat: die Stadt und die Menschen schlecht zu reden.“

Steiner weiter: „Tatsache ist, dass von 2017 auf 2018 ein Besucher-Plus von 18,6 Prozent in der Sauna verzeichnet wurde. Das zeigt, dass der Großteil der Nutzer zufrieden ist. Dennoch gibt es einen Kreis von Nutzern, die unzufrieden sind. Deshalb wird nunmehr eine genaue Analyse angestellt und schlussendlich über die Zukunft der Sauna entschieden.“ Eine Entscheidung soll in den nächsten Monaten fallen.