Langes warten auf Quarantäne für den SC Neusiedl/See. Nach bestätigtem Covid-19-Fall in der Mannschaft wurden Kickerinnen des SC Neusiedl/See tagelang nicht kontaktiert.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 24. September 2020 (05:55)
Nach dem Match Neusiedl gegen Sport-Club (hier ein Bild dieser Partie) trat ein Covid-19-Fall auf, dessen behördlicher Umgang für NSC-Kopfschütteln sorgte.
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Das Match der 2. Bundesliga vom 12. September gegen den Wiener Sport-Club (0:2) hatte für den SC Neusiedl am See Folgen. Eine Spielerin registrierte bei sich Corona-Symptome und entschied sich für einen Test, der dann auch am Mittwoch (16. September) erfolgte. Tatsächlich wurde dann am Donnerstag (17. September) eine Covid19-Infektion bestätigt. Sechs ihrer Teamkolleginnen sowie Trainer Gerald Förster — alle aus dem Bezirk Neusiedl am See — erhielten tags darauf einen Quarantäne-Bescheid von der zuständigen Bezirkshauptmannschaft (BH). Soweit, so gut. Bei den restlichen NSC-Kickerinnen, wohnhaft in den Bezirken Eisenstadt-Umgebung, Bruck sowie in Wien – und vor allem als sogenannte Kontaktpersonen der Kategorie 1 angeführt – passierte aber nichts.

„Mehrere Tage sind vergangen und wir warten noch immer auf Informationen, werden hier komplett hängen gelassen. Die Mädels sind verunsichert und wollen Tests machen“, ärgerte sich Sektionsleiter Michael Feucht am Montag über die fehlende Kommunikation der Behörden untereinander und mit seinem Verein. Zumindest die slowakischen Legionärinnen erhielten bereits ihren Quarantäne-Bescheid, die NSClerinnen aus dem Bezirk Bruck wurden erst am Dienstag überhaupt kontaktiert, jene aus Wien warteten noch vergeblich auf behördliche Infos.

„Da machen sie so ein Drama und wenn es dann einen Fall gibt, interessiert sich keiner dafür. Da beißt sich ja die Katze in den Schwanz.“ Michael Feucht, Sektionsleiter SC Neusiedl.

Verärgert.Sektionsleiter Michael Feucht wünscht sich bessere Planung und Kommunikation.
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Dafür kam bei den Spielerinnen aus dem Bezirk Eisenstadt-Umgebung der Stein im Zuge der Recherche für den vorliegenden Artikel ins Rollen: Kurz nach der BVZ-Anfrage bei der BH Eisenstadt kontaktierte diese Sektionsleiter Feucht erstmals, „ich habe ihnen dann die Liste geschickt.“ Ein Testergebnis stand zu Redaktionsschluss noch aus. Eingetrudelt sind derweil aber alle sieben Ergebnisse der Personen aus dem Bezirk Neusiedl/See: Sämtliche Tests waren negativ. Zudem lief die Quarantäne-Zeit mittlerweile auch ab – diese gilt an sich ab dem letzten Kontakt für zehn Tage. Weshalb alle bereits negativ Getesteten seit Mittwoch wieder im Training stehen. In der Kabine herrscht jedenfalls ab sofort Maskenpflicht.

„Da beißt sich ja die Katze in den Schwanz“

Was bei Michael Feucht aber bleibt, ist der Ärger über die Kommunikation zwischen den Behörden und den Umgang mit der Thematik. „Da machen sie so ein Drama und wenn es dann einen Fall gibt, interessiert sich keiner dafür. Da beißt sich ja die Katze in den Schwanz.“

Drei Kickerinnen haben schon vergangene Woche auf Eigeninitiative einen PCR-Test gemacht, diese waren alle negativ. Ob und wann noch jemand getestet wird, blieb mancherorts bis zum Ende der Quarantäne-Zeit völlig unklar. Alle betroffenen Spielerinnen waren aber – auch ohne behördlichen Bescheid – in Selbstisolation, da man im Zuge des Matchs in der Kabine für rund eine halbe Stunde auf engem Raum zusammen war. Feucht: „Den Sport-Club haben wir bereits informiert, vom ÖFB haben wir bisher noch keine Reaktion erhalten.“ Hier geht es darum, ob am Wochenende (2. Bundesliga am Sonntag in Krottendorf) gespielt wird. „Ich habe aufgrund der Ereignisse um Verschiebung der nächsten Partie gebeten, außerdem werden unsere drei slowakischen Spielerinnen erst am Freitag getestet.“

Übrigens: Wie kompliziert der bürokratische Aufwand „mit dem ganzen Rattenschwanz“ (Feucht) ist, wurde auch beim Versuch offizielle Informationen zu erhalten, klar. Von der BH Eisenstadt wurde die BVZ zum Krisenstab der BH weitergeleitet. Dieser verwies auf die Pressestelle des Landes, die sich als einzige Behörde dazu äußern dürfe. Dort verwies man dann auf den Krisenstab des Landes, wo es dann hieß.

„Die Erstmeldung ergeht an die zuständige BH, diese leitet bestätigte Fälle an die Meldesammelstelle, die dann die Informationen an die anderen involvierten Behörden verteilt. Insgesamt waren über 100 Personen involviert, da kann es schon zu Verzögerungen kommen.“ Besagte Verzögerungen seien laut Krisenstab überschaubar, denn: „Die Liste wurde von der BH Neusiedl ja erst am Freitag übermittelt“.