Schleife Ebenfurth wertet Neufelder Bahnhof auf. Neufeld erwartet mit der neuen Streckenführung mehr Fahrgäste am Bahnhof. Muss die Infrastruktur ausgebaut werden?

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 01. August 2021 (05:32)
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Optimistisch. Bürgermeister Michael Lampel erwartet keine verschärfte Verkehrsproblematik.
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Mit der geplanten Schleife Ebenfurth, die den Halt der ÖBB am Weg von Eisenstadt nach Wien in Ebenfurth überflüssig macht, steigt die Bedeutung Neufelds für das Bahnnetz. Wie sich das verkehrstechnisch auf Neufeld auswirkt, ist derzeit schwer abzuschätzen.

Neue Streckenführung für Einwohner eine Erleichterung

Bürgermeister Michael Lampel geht jedenfalls nicht von allzu großen Auswirkungen für den städtischen Bahnhof aus. „Ich denke nicht, dass die Ebenfurther jetzt von Neufeld aus nach Wien fahren werden. Die Direktverbindung über Ebenfurth wird immerhin erhalten, der Bahnhof sogar ausgebaut“, erklärt Bürgermeister Michael Lampel — der sich selbst beim Thema Schiene als „quasi befangen“ bezeichnet, immerhin ist er seit 1983 bei der Raaberbahn tätig.

Dass dennoch künftig mehr Fahrgäste in Neueld ein- und aussteigen werden, ist für Lampel aber unbestritten. „Vor allem die Steinbrunner werden, wenn die Schleife fertiggestellt ist, wohl nicht mehr den Müllendorfer, sondern den Neufelder Bahnhof nutzen.

Für die Einwohner seiner Gemeinde sei die geplante neue Streckenführung jedenfalls eine Erleichterung. Bisher stiegen viele Neufelder in Ebenfurth in den Zug, um sich die sechsminütige Stehzeit zu sparen. Häufig steigen die Neufelder dafür ins Auto, um zum Bahnhof der niederösterreichischen Nachbargemeinde zu gelangen — keine optimale Lösung, was Verkehr und Umweltschutz anbelangt, findet der Ortschef.

„Diesen Weg können sich die Neufelder künftig sparen. Ich gehe davon aus, dass der Großteil wegen der zentralen Lage des Bahnhofs zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Bahnhof kommt“, schätzt Lampel optimistisch. Eine CO2-neutrale Anreise zur und mit der Bahn wäre jedenfalls nachhaltiger als ins Auto zu steigen.

Ob Lampels Einschätzung zutrifft, wird sich mit der Zeit weisen. Sollten doch mehr Leute als erwartet mit dem Auto zum Bahnhof fahren, bräuchte es dort wohl eine bauliche Lösung. Derzeit ist die Zahl der Parkplätze überschaubar. Sollte eine „Park and Ride“-Anlage notwendig werden, hätte die Raaberbahn jedenfalls in unmittelbarer Nähe ein passendes Grundstück.