Nach Rauchverbot: Domus macht weiter. Wegen des neuen Gesetztes wollte Domus-Chef Roman Weigl „zu über 90%“ schließen. Nun bleibt das Lokal geöffnet — noch.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 19. Januar 2020 (06:17)
Sanierung. Die Brücke vom Parkplatz auf die Badeinsel darf derzeit nicht verwendet werden und muss erneuert werden.  Foto: Peter Wagentristl
Peter Wagentristl

OGGAU Eigentlich wollten Eigentümer Roman Weigl und Wirt Roman Pecha ihr Lokal, das Domus in Oggau, schließen, sobald das Rauchverbot in der Gastronomie in Kraft tritt. Wie berichtet, war das Ende des Lokals „zu über 90% fix“. Nach einigen unerwarteten Änderungen bleibt das Domus nun den Gästen aber weiter erhalten. Jedenfalls vorerst. Die BVZ hat nachgefragt.

„Ich mache es ja aus Leidenschaft“, erklärt Weigl die Motivation für seine Bar „Domus“. Eigentlich wollte der Lokal-Besitzer, der viele Jahre in Wien lebte, etwas ganz anderes machen: Auf der Angewandten studieren und Architekt oder Industriedesigner werden. Stattdessen verschlug es ihn in die Immobilienbranche. Als gebürtiger Oggauer blieb er seiner Heimat stets verbunden. Mit dem Domus wollte er „einen Hauch der Bars, die ich in Berlin, Rom oder London besucht habe, nach Oggau bringen.“

Dabei habe er aber nicht auf den seit 30 Jahre herrschenden Flair der Bar vergessen, schildert Weigl beim Besuch der BVZ im Domus. Auch viele Stammkunden waren dem Lokal schon seit Jahren und Jahrzehnten treu.

Junge Gäste statt älterer Stammkunden

Das Klientel im Lokal neben dem Oggauer Gemeindeamt habe sich seit dem Rauchverbot aber stark geändert, so Weigl — selbst leidenschaftlicher (Zigarren-)Raucher und Mitglied im 1. Burgenländischen Zigarren Club. „Die älteren Stammgäste, die früher mit Pfeife und Zigarre bei uns gesessen sind, bleiben jetzt aus.“

Damit hatte man gerechnet. Eher unerwartet kommt der Zuwachs bei den jungen Gästen: Seit dem ersten Dezember zieht es auch junge Leute aus den Nachbarortschaften ins Domus. Für Chef Weigl und Wirt Roman Pecha ein zweischneidiges Schwert: Dass im Domus nun ein junges, dynamisches Publikum Platz findet und Spaß hat, freut Weigl natürlich.

Vereinzelt komme es aber vor, dass sich Gäste — ob aus Gewohnheit oder Trotz — „eine Tschick anrauchen. „Wenn ich sie darauf hinweise, rauchen sie sich eben kurz darauf wieder eine an.“ Doch auch die Gäste, die gesetzeskonform vor der Türe rauchen, sorgen für Probleme: Die Beschwerden wegen Lärm vor dem Lokal nehmen seither stark zu. Chef und Wirt bemühen sich seither, die Wogen zu glätten und die Anrainer nicht zu verärgern. Im Lokal und auf Facebook ermahnen sie das neue Klientel, während und nach den Öffnungszeiten nicht vor dem Domus zu lärmen. Problematisch sei zudem, dass einige Gäste rabiat werden, wenn man sie auf das Rauchverbot hinweist und zu Ruhe ermahnt: „Ich bin ja kein Kindergärtner.“

Wenn es zu Anzeigen kommt, wird das Lokal geschlossen, „dann ist Schluss“, so Weigl. Domus-Hobby-DJ und Stammgast Christian mischte sich darauf schockiert ein: „Na, bitte lass offen!“ Mit diesem Wunsch ist er wohl nicht alleine.