Mörbisch kann es wieder!. Der BVZ-Opernexperte Dietmar Baurecht zieht eine positive Bilanz von der Premiere in Mörbisch.

Von Dietmar Baurecht. Erstellt am 14. Juli 2019 (11:50)
Markus Wagentristl, BVZ
Seebühne Mörbisch 2019

  

 Als 1929 Franz Lehárs Operette unter dem Titel „Land des Lächelns“ in Erscheinung trat, war ein Leben in China wahrlich noch immer wie eine Reise zum Mond. Und so situieren die Seefestspiele Mörbisch die Operette zu Anfang in den von Drachenbahn und obskuren Besonderheiten geprägten Prater, wo die adelige Lisa im Donaumonarchie-Ambiente das Pferderennen, umgeben von einer toll eingespielten Statisterie samt menschlichem Pferdeballett gewinnt. Elissa Huber (Lisa) bildet mit den in sie verliebten Graf Gustl (Maximilian Mayer) gesanglich, wie auch in Leichtigkeit und Humor ein tolles Team auf der Bühne. Lisa soll für Gustl, Ehefrau und Mutter werden. Der Korb, den Lisa Gustl gibt, kommt nicht unerwartet. Diese selbständige Frau wirft sich den in Wien zu Gast weilenden chinesischen Prinzen Sou-Chong an den Hals, der aber wieder ins Land des Drachen zurückbeordert wird. In einer Rikscha fahren Sie gemeinsam in ein vermeintlich neues Glück, ein Land der anderen Sitten und eines mit einem noch rigideren Frauenbild.

 Geniales Vierergespann

 Neben Gustl, der ihr nachreist und Sie schlussendlich auf eigene Entscheidung befreit, ist Won Whi Choi ein stimmlich kräftiger und herausragender Prinz, der seine Lisa aufgrund der Sitten und Traditionen verliert. Mi, seine Schwester, gesungen von Katerina Bennigsen rundet dieses gesanglich und darstellerisch gut eingespielte Vierergespann ab. Dieses Gespann ist es auch, dass die Kutsche Mörbisch an ihr Ziel bringt. Das wäre es auch gewesen, wenn nicht Harald Serafin als Obereunuch auf gekonnt unterhaltsame Weise seinen Auftritt als Revue seiner Ära als Seefestspiel-Intendant nutzt.

Alles in allem: Mörbisch zeigt tolle Ballettszenen und eine ausgezeichnete Massen- und Personenführung – auch wenn der zweite Teil im fernen China etwas statisch vielleicht auch chinesisch traditionell daherkommt und seine Längen hat. Das Bühnenbild von Walter Vogelweider spielt volles Programm. Die gut durchdachte Regie und Choreographie von Leonard Prinsloo und Team sowie die musikalische Leitung unter Thomas Rösner lässt Mörbisch in gewohntem Glanz erstrahlen.  

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