Eisenstadt

Erstellt am 13. Juni 2018, 05:11

von Doris Fischer

„Man ist 24 Stunden Tafel“: Jubiläum in Eisenstadt. Es wird immer zu viel produziert, und viele haben zu wenig – Bedarf an der Pannonischen Tafel wird es auch weiter geben.

Gratulation. Landesrätin Verena Dunst würdigt die Arbeit von Andrea Roschek (r.) und ihrem Team. „Andrea Roschek leistet seit zehn Jahren unglaublich wichtige und hervorragende Arbeit“, so Dunst.  |  BVZ

Mit null Euro hat Andrea Roschek vor zehn Jahren mit der Pannonischen Tafel begonnen. Ideenträgerin und -geberin war für sie Elisabeth Pointner, die ihr das Projekt „Tafel“ nähergebracht hat. Gegründet hat sie die Tafel aus Ärger darüber, wie viele wertvolle und gute Lebensmittel weggeworfen werden.

Zehn Jahre waren sehr anstrengend

„Ich habe mir das Auto von Robert Tobler ausgeborgt und bin die Lebensmittelketten abgefahren und habe Lebensmittel zusammengetragen“, erzählt die Alleinerzieherin von vier Kindern.

Am 18. Feber 2008 wurde der Verein gegründet, und am 18. April die Ausgabestelle in der Permayerstraße eröffnet. Neben der Lebensmittel- und Bekleidungsausgabe bietet die Tafel auch Hilfe bei Behördenwegen, sozialpädagogische Hilfe oder Förderunterricht für Kinder. Weiters kümmern sich Andrea Roschek und ihr Team von 50 Ehrenamtlichen auch um Obdachlose.

Bedenklich findet Roschek, dass der Bedarf seit der neuen Regierung ansteigt. Rückblickend waren die letzten zehn Jahre für Roschek physisch und psychisch sehr anstrengend. „Ich habe das Gefühl, kein Privatleben zu haben. Man ist 24 Stunden Tafel. Abschalten gibt es nicht“, fasst die Obfrau ihr Leben zusammen.

In Landesrat Hans Peter Doskozil (SPÖ) oder Regina Petrik von den Grünen sieht Roschek Politiker, die es ehrlich mit der Tafel meinen. „Regina Petrik ist immer auf uns zugekommen, bei Betriebsbesuchen mitgefahren. Auch Landesrat Doskozil hat ein offenes Ohr für unsere Anliegen“, ist sich Roschek sicher.

Und auch das neue Projekt, das „Näh-Café“ wird sehr gut angenommen. Auf gespendeten Nähmaschinen wird mit gespendeten Stoffen zweimal die Woche genäht. „Das Gute daran ist, dass wir upcyclen“, so Roschek, die nun Leute sucht, die ein bisserl Zeit haben, sich mit Nähmaschinen auskennen und den Näh-Café-Teilnehmern etwas zeigen.