Alte Pädak in Eisenstadt: „Ein leiser Verfall“. Seit 2007 steht die ehemalige Pädagogische Akademie ungenützt am Fuße des Wolfgarten. Die BVZ sprach mit Verantwortlichen über Vergangenheit und Zukunft des Hauses.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 16. August 2019 (18:00)
Markus Wagentristl
Ein altes Klassenzimmer. Das Gebäude der alten PädAk sichtlich von der Zeit „gezeichnet“ - derzeit laufen Planungen, um das Gebäude zu beleben.

Es ist schwer jemanden zu finden, der sich nicht sofort als „Liebhaber des Gebäudes“ zu erkennen gibt, wie Anna Stehlik. Die ehemalige Abteilungsleiterin der Übungsvolksschule hat 18 Jahre in dem großen Haus am Fuße des Wolfgarten gearbeitet. „Es war eine wunderbare Zeit, an einem pädagogisch wunderbaren Ort.“

Die PädAk als „Idealzustand“

Die Architektur des „Brutalismus“ war für Stehlik entgegen des groben Namens Teil einer genialen pädagogischen Idee: „Das erzieherischer Konzept, dass Kinder, Studenten und Lehrende einander auf Augenhöhe ind er Natur begegnen war sehr weitsichtig gedacht und nur in diesem Haus möglich.“ Bis heute tut der Pensionistin das Herz weh, wenn sie „beim Walken“ an ihrem ehemaligen Arbeitsplatz vorbei geht und seinen „leisen Verfall“ beobachtet.

„Leise“ trifft es in einem unheimlichen Ausmaß gut. Der Ort, an dem sich Kinderlärm mit mehr oder weniger verzweifelten Rufen von Pädagogik-Studenten abgewechselt hat, ist nun vom Rauschen der Bäume erfüllt. Ein Rauschen, das eigentlich nicht da sein sollte: Die Bäume im Innenhof gehören da eigentlich nicht hin, waren aber stärker als die Betonplatten.

Rückkehr als Bildungs-Campus?

Dominik Orieschnigs Schritte zerschneiden das Rauschen. Der Hall ist durch den riesigen Gang, der wie ein Schalltrichter wirkt wahrscheinlich bis hinunter in den Bischofshof zu hören. Diesen leitet er, als „Rechte Hand“ von Bischof Ägidius Zsifkovics. Seine Diözese ist hier Hausherr. „Unsere Vision für diesen besonderen Ort ist ein Bildungs-Campus, am besten mit einem künstlerischen Schwerpunkt für alle Generationen vom Volksschul- bis Studenten-Alter.“

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Wiederauferstehung. Dominik Orieschnig (Mitte) mit Victor Sales und Nora Demattio hauchen der PädAk wieder Leben ein.

Visionen unterscheiden sich Tagesordnungspunkten durch die Größe. Einen Mangel an Größe, kann man Orieschnigs Vision nicht unterstellen. Aber wie realistisch sind die Pläne? „Eines ist leider klar: Finanziell wie infrastrukturell kann die Diözese ein derartiges Projekt nicht alleine stemmen.“

Was ist braucht, ist ein potenter Partner.Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hatte bereits bald nach seinem Amtsantritt nicht minder ambitionierte Pläne für das Josef Haydn-Konservatorium erklärt. Dieses soll eine Privat-Universität für Musik werden. Und sie wäre nur den Sprung von der PädAk entfernt.

Ein idealer Kooperationspartner also? „Derzeit erstellen Direktor Tibor Nemeth und Marketingleiter Franz Steindl ein Konzept für die Weiterentwicklung des Konservatoriums in Richtung Privatuni. Darin sollen auch Kooperationspartner enthalten sein. Die Idee einer solchen Kooperation ist an sich natürlich spannend“, heißt es aus dem Büro des Landeshauptmanns zum weiteren Fahrplan.

Kunst-Biennale haucht PädAk Leben ein

Der nächste Halt bei diesem Fahrplan ist nicht nur schon fix, sondern kommt auch schon bald: Am 30. August findest zum bereits zweiten Mal die Kunst-Biennale des Künstler-Paares Nora Demattion und Victor Sales statt (siehe BVZ Nr. 32).