Breitenbrunn: Yachtclub ohne Steg?. Im Streit zwischen Yachtclub Breitenbrunn (YCBb), Esterhazy Stiftung und Gemeinde wartet man jetzt auf das Urteil. Die Entscheidung wird schriftlich ergehen.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 04. Dezember 2019 (05:49)
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Mit den letzten Zeugeneinvernahmen ging am Freitag der Vorwoche das vom Yachtclub Breitenbrunn gegen die F. E. Familien-Privatstiftung Esterhazy und die Gemeinde Breitenbrunn angestrengte Zivilverfahren zu Ende. Der Yachtclub, vertreten von dessen Präsident Walter Bajons, wehrt sich gegen die Räumung des von den Seglern seit Jahrzehnten genutzten Geländes am Seeareal.

Zu dem Streit kam es nach dem Auslaufen des Pachtvertrages zwischen Esterhazy und der Gemeinde per 31. 12. 2018. Esterhazy hat zwischenzeitlich mit der Modernisierung der Anlagen am See begonnen. Geplant sind unter anderem eine hochwertige Gastronomie und ein Lodgepark mit Appartements.

Esterhazy und Gemeinde haben sich geeinigt und die weitere Zusammenarbeit vertraglich geregelt. Die am Seeareal befindlichen 80 Mobilheimplätze werden nunmehr von Esterhazy verwaltet. Die Gemeinde erhält dafür einen jährlichen Fixbetrag von 75.000 Euro, bzw. unter Erfüllung bestimmter Voraussetzungen, von 100.000 Euro.

Nach dem Scheitern von Verhandlungen zwischen den Seglern und Esterhazy waren Räumungsmaßnahmen am vom Yachtclub genutzten Gelände eingeleitet worden.

Dabei handle es sich, so Walter Bajons bei der Gerichtsverhandlung am vergangenen Freitag, „um eine geplante Zerstörung von Werten am Areal“ des Yachtclubs. Esterhazy habe, so Bajons, darauf bestanden, Einrichtungen am vom Yachtclub genutzten Gelände abzureißen. Davon betroffen seien etwa die Steganlage, die Slipanlage und die Einfriedung. „Ein Verein ohne Steganlagen hat bald keine Mitglieder mehr“, so der Clubpräsident. „Warum will man die Einrichtungen entfernen lassen?“, fragte er.

Darauf antwortete, als Zeuge befragt, Matthias Grün, Direktor des Esterhazy Forst- und Naturmanagements: „Es ist unsere wirtschaftliche Verantwortung, was wir auf unserem Grund und Boden tun.“ Die Verhandlungen seien gescheitert, so Grün, weil „der Yachtclub von unerfüllbaren Forderungen, z. B. betreffend ein eingefriedetes Areal am See und Wohnen am See, nicht abwich“.

Der Gemeinde Breitenbrunn sei wichtig gewesen, so Grün, dass am Yachtclubareal keine Häuser errichtet werden und der Segelsport weiter betrieben werde. Eine Vertragsvereinbarung enthalte daher das Bekenntnis, den Segelsport in Breitenbrunn fördern zu wollen. Richterin Susanna Hitzel schloss das Zivilverfahren und kündigte an, dass die Entscheidungen schriftlich ergehen werden.