Vater schickte Mitschüler des Sohns WhatsApp-Drohungen. Ein 45-jähriger Mann schickte einem 14-jährigen Schuljungen beängstigende Nachrichten. Das Urteil: Fünf Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung – nicht rechtskräftig.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 13. August 2019 (14:31)
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Symbolbild: shutterstock/Nitikorn Poonsiri

Am 22. November 2018 erhielt ein 14-jähriger Schüler in Eisenstadt beunruhigende WhatsApp-Nachrichten aufs Handy geschickt.

„Wir sehen uns morgen in der Schule“

„Ich werde dir zeigen was dir blüht, wenn du meinen Sohn bedrohst! ... Wir sehen uns morgen in der Schule“, kündigte der Verfasser an.

Die Drohungen soll der 45-jährige Vater eines ebenfalls 14-jährigen Jugendlichen geschrieben haben. Der zweifach vorbestrafte Frühpensionist musste sich vorige Woche vor Richterin Karin Lückl verantworten.

Gleich zu Beginn wollte der Angeklagte, dass die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen wird. Er wolle seine psychischen Probleme nicht in Anwesenheit der Öffentlichkeit diskutieren.

„Es geht darum, ob Sie die vorliegenden WhatsApp-Nachrichten geschrieben haben!“, stellte die Richterin klar, und schloss die Öffentlichkeit nicht aus.

„Wahrscheinlich schon“, gab der Angeklagte dazu an.

Er habe sich in einer psychischen Ausnahmesituation befunden, nachdem sein Sohn mit Würgemalen und Schrammen nach Hause gekommen sei. „Er hatte einen Konflikt mit zwei drogenkonsumierenden Jugendlichen“, berichtete der Angeklagte.

Daraufhin habe er die WhatsApp-Nachrichten geschrieben.

„…nochmals du hast einen Fehler gemacht … morgen sehen wir uns“, ließ er den Schüler unter anderem wissen.

Bei den WhatsApp-Nachrichten blieb es nicht.

In der Schule des Opfers vorstellig geworden

Der Angeklagte begab sich am 23. November 2018 zu jener Schule, die der 14-Jährige besuchte, und kündigte gegenüber einer dort anwesenden Pädagogin an, er werde er „die Sache auf meine Art regeln und den Jugendlichen nach Hause begleiten“, wenn man sein Anliegen dort nicht beachte.

„Vielleicht war ich schlecht eingestellt. Vielleicht habe ich das gesagt“, versuchte der Angeklagte sein Verhalten mit seiner psychischen Krankheit zu entschuldigen.

„Wollen Sie sagen, dass Sie nicht zurechnungsfähig sind?“, fragte Staatsanwältin Beatrix Resatz den Pensionisten. „Ich werde halbjährlich vom Amtsarzt angeschaut. Laut der letzten Begutachtung bin ich voll handlungsfähig“, gab dieser bekannt.

„Es ist kein legitimes Mittel, jemanden anderen derartig in Furcht und Unruhe zu versetzen!“, ermahnte die Staatsanwältin den Angeklagten.

„Mir tut es leid. Ich persönlich greife kein Kind an“, beteuerte dieser. Das Urteil lautete auf fünf Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung.

„Ich nehme das Urteil nicht an, weil die Strafe meiner Meinung nach zu hoch ist“, kündigte der Angeklagte eine Berufung an. Die Staatsanwältin gab einen Rechtsmittelverzicht ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.