Pleite mit Restaurant: Wirtsleute verurteilt

Erstellt am 20. Januar 2022 | 05:11
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Symbolbild Gerichtssaal
Symbolbild Gerichtssaal
Foto: shutterstock.com/Nirat.pix
Restaurant-Pächter sollen Tourismusgesellschaft geschädigt haben. Je ein Jahr bedingte Haft – nicht rechtskräftig.

Wegen betrügerischer Krida und Begünstigung eines Gläubigers wurden kürzlich ein Wirt und dessen Lebensgefährtin verurteilt. Sie sollen eine Tourismusgesellschaft um 144.500 Euro geschädigt haben. Die Wirtsleute – im Alter von 64 bzw. 66 Jahren – hatten sich zu Beginn des Prozesses im Oktober 2021 nicht schuldig bekannt. Unter anderem ging es um den Wert eines Verkaufsstandes bei einem Weihnachts- und Ostermarkt in Wien, den die Wirtsleute seit 2000 betreiben.

Von 2010 bis 2015 hatten die Gastronomen von einer Tourismusgesellschaft ein Seerestaurant gepachtet, den Betrieb dann aber einstellen müssen: Die Tourismusgesellschaft hatte eine Räumungsklage eingeleitet, weil der Pachtzins nicht bezahlt wurde. 2013 pachteten die Wirtsleute ein weiteres Gasthaus im Ortszentrum einer anderen Gemeinde am Neusiedlersee. 2018 ging ihr mit 190.000 Euro verschuldetes Unternehmen in Konkurs. Die Zahlungsfähigkeit soll schon im Herbst 2016 eingetreten sein. Einige Monate zuvor hatten die Wirtsleute eine neue Gastrogesellschaft gegründet.

„Ein schmaler Grat“ zwischen Gewinn und Verlust

Im Zuge des Wechsels von der einen Gastrogesellschaft zur anderen soll es zu einer Schädigung der Gläubiger gekommen sein, warf die Staatsanwaltschaft den Wirtsleuten vor. Die Angeklagten hätten Vermögenswerte entzogen, die Schulden in Höhe von 190.000 Euro aber stehen lassen. Insbesondere der Oster- und Weihnachtsmarkt sei ein „hochlukratives Geschäft“, sagte jener Sachverständige, der ein Gerichtsgutachten zu den Gastrobetrieben der Wirtsleute verfasst hatte.
Zwischen Gewinn und Verlust sei in der Gastronomie „ein schmaler Grat“, so der Wirt.

Verurteilt wurden die Wirtsleute nur zu einem Teil der Anklagepunkte. Durch die Übertragung des Restaurants samt Marktstand sei es zu einer Schädigung der Tourismusgesellschaft gekommen. Zu anderen Anklagepunkten erfolgte ein Freispruch. Beiden Angeklagten erhielten ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung. Sie gaben dazu keine Erklärung ab.