Purbacher atmet auf: Der Hebelift bleibt!. Ein Rollstuhlfahrer hatte Sorgen, dass ihm sein Hebelift weggenommen wird. Nachbarn hatten sich über den Lärm beschwert.

Von Lisa-Marie Zehetbauer und Markus Wagentristl. Erstellt am 15. Januar 2020 (05:08)
Etappensieg. Ewald Spah darf seinen Hebelift behalten.
privat

Die gute Nachricht: Ewald Spah darf seinen Hebelift behalten. Er leidet an Multiple Sklerose (MS) und braucht den Lift, um sich aus seinem Bett zu heben. Die Nervenkrankheit, zu der auch noch ein Schlaganfall kam, haben den Purbacher an den Rollstuhl gefesselt.

Zwei Nachbarn hatten sich mehrfach bei der Wohnbau-Genossenschaft wegen angeblicher Lärmbelästigung beschwert, Spah fürchtete um seinen Lift und wandte sich an die BVZ.

Nach unserem Bericht (siehe hier) gingen bei unseren Lesern die Wogen hoch.

„Solchen Nachbarn wünsch ich mal eine Woche lang im Rollstuhl zu sitzen, damit sie annähernd sehen wie es ist, wenn man auf Hilfe angewiesen ist. Ich kenn den Ewald sehr gut. Er gibt sich nicht auf, er ist ein Kämpfer!“, schrieb uns Julius Frittum auf Facebook. Die Moral von der Geschichte fasste Michelle Kroupa gut zusammen: „Man sollte froh sein, dass man gesund ist und leben darf!“

„Empörender Umgang“ seitens der Nachbarn

Das rief auch die MS-Gesellschaft Burgenland auf den Plan. „Es ist empörend, wie mit Menschen mit Behinderungen seitens der Nachbarschaft umgegangen wird“, schrieb uns Vorstandsmitglied Manuela Lanzinger. Sie wandte sich an die Genossenschaft EBSG, die nun bestätigt, „dass keine Aufkündigung seitens der EBSG begehrt wird“.

Ein Sieg für Herrn Spah also? Jein. Barrierefrei ist das dennoch nicht, es könne etwa kein elektrischer Türöffner installiert werden, da es sich nicht um eine „speziell ausgerichtete Betreuungsstätte“ handle. Lanzinger: „Die Begründung der Genossenschaft zeigt, dass sie sich nicht mit der UN-Behindertenrechtskonvention beschäftigt hat“ (siehe dazu Infobox rechts).

Herr Spah bedankte sich auf BVZ-Nachfrage bei dem Zuspruch der Leser und freut sich über den Etappensieg, seinen Lift behalten zu dürfen.