Die Eisenstädter „Stadtvilla“: Das „Museum der anderen Art“

Erstellt am 23. Juni 2022 | 05:08
Lesezeit: 3 Min
Mit einer Feier und Vorträgen wurde die „Stadtvilla“, in der ab 2025 Stadtgeschichte erlebbar sein wird, präsentiert. Was in Eisenstadt Rang und Namen hatte, war der Einladung in die Pfarrgasse 20 ins „Museum der anderen Art“ (so Bürgermeister Thomas Steiner) gefolgt (siehe unsere Bilderstrecke oben).

Man darf sich von der bescheidenen Außenwirkung des Häuschens in der Pfarrgasse 20 nicht verwirren lassen. Passiert man den Innenhof, kommt man zu einem alteisenstädter Bürgerhaus, das ein würdiger Ort für das „etwas andere Museum“ ist.

Ein Ort, an dem man zu sich kommt

Museum, das ist längst nicht mehr ein Ort, wo man auf Malereien alter Männer oder entwendeter afrikanischer Artefakte schaut, sondern – umgekehrt – ein Ort, an dem man zu sich kommt. Und genau das sollen die Eisenstädterinnen und Eisenstädter in ihrer Stadtvilla. Hier ist das Haus der Star der Show, in dem die Stadtgeschichte spürbar ist und erlebbar gemacht werden soll.

Das klingt sehr theoretisch, die einmalige Chance eines Rundganges am vergangenen Dienstag, ließ es aber praktisch werden. Etwa, als „Kräuterhexe“ Uschi Zezelitsch einen typischen Eisenstädter Long Drink der Nachkriegszeit nachzauberte („Stadtvilla-Collins“).

Oder, als bei seinem Rundgang Star-Architekt Klaus Jürgen Bauer die Einzelheiten des Hauses erklärte. Viele Details sind noch aus den Fünfzigern, als es nach dem Krieg neu aufgebaut wurde. Hölzerne Fenster, die runden Tür- und Fenstergriffe, Transistorradio, händische Kaffeemühle – man kennt sie aus der Kindheit bei den Eisenstädter Großeltern, hat sie unbewusst ins Herz geschlossen. Eben deswegen blutet dieses ein wenig, wenn Teile des alten Eisenstadts eingerissen und durch Beliebiges von Allerwelt ersetzt wird.

Aber am vergangenen Dienstag war nicht die Zeit der blutenden Herzen sondern der knallenden Korken: Am 30. April 2025, zum 100. Jubiläum der Landeshauptstadt-Ernennung, öffnet die „Stadtvilla“.

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