Eisenstadt: Frauenhäuser schlagen Alarm. Seit 2004 bot die Einrichtung 503 Frauen eine geschützte Anlaufstelle. Es warten aber schon neue Herausforderungen.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 21. August 2019 (06:16)
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Landtagspräsidentin Verena Dunst (l.) und Landesrätin Astrid Eisenkopf (r.) bedankten sich bei Gabriele Arenberger für ihre wichtige Arbeit.

„Auch, wenn ich mir persönlich wünsche, dass keine Frau und kein Kind Zuflucht in einem Frauenhaus suchen muss, die Realität sieht leider anders aus“, eröffnete Landesrätin Astrid Eisenkopf. Seit 15 Jahren dient das Frauenhaus Burgenland als Anlaufstelle für Frauen und ihre Kinder, wenn diese vor gewalttätigen Partnern oder Familien geschützt werden müssen.

Die traurige Notwendigkeit des Frauenhauses zeigte sich bereits am Ende des Eröffnungsjahres: Noch 2004 war das Frauenhaus voll belegt. Heute beträgt die Auslastung des Einrichtung, an die sich Frauen anonym wenden können und die mit einem speziellen Sicherheitssystem ausgestattet ist, meist zwischen 70 und 80 Prozent. 2018 wurden 25 Frauen bei einer Auslastung von 73 Prozent betreut.

„Das Frauenhaus bietet Frauen, die einer häuslichen Gewaltsituation entfliehen, und ihren Kindern vorübergehende Unterkunft, psychologische Betreuung und Unterstützung, um wieder im Leben Fuß zu fassen“, berichtete Arenberger vom Trägerverein „Die Treppe“. Dabei wollen Frauen eigentlich möglichst kurz bei ihnen bleiben, berichtet sie von ihren Erfahrungen.

Dennoch sei ein Trend erkennbar: „Die Zahl der Frauen, die bei uns Schutz suchen, wird geringer aber die Aufenthaltsdauer wird immer länger.“ Grund dafür sind die komplexer werdenden Gewalt- und Unterdrückungsformen, zu körperlicher Gewalt komme auch noch wirtschaftliche und vermehrt psychische Gewalt hinzu.

Hohe Mieten lassen kaum Auswege zu

Bei einem Interview mit der BVZ ging Amberger näher ins – traurige – Detail. Gerade der Bezirk Eisenstadt hat nämlich ein Problem, das andere Bezirke in dem Ausmaß nicht haben: Die Preise für Mietwohnungen sind extrem gestiegen.

Was hat das mit dem Frauenhaus zu tun? Frauen können sich dadurch immer schwerer den Weg aus dem Frauenhaus hinein in die Unabhängigkeit (die im ersten Schritt zumeist über Miete geht) leisten. „Die dramatischste Folge ist, dass einige wenige Frauen wieder zurück in ihr Haus gehen – wo oft noch der Gefährder auf sie wartet“, erklärt Amberger und schließt: „Wir müssen immer wieder wiederholen: Gewalt ist keine Form der Zuneigung!“

Eisenkopf versucht über den Kooperationspartner OSG günstige Starter-Wohnungen zu stellen: „Der Vorteil dabei: Es gibt diese schon im ganzen Land.“