Kleinhöfleiner: Rückkehr nach 14 Jahren im Krisengebiet. Der Kleinhöfleiner Christoph Schweifer kehrt nach fast zwei Jahrzehnten im Auslandseinsatz für die Caritas heim. Mit der BVZ blickt er zurück auf eine bewegte Zeit.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 15. Juni 2019 (05:20)
Caritas
Libanon. Syrische Kinder ließen bei der Flucht alles zurück, was blieb ist die nackte Armut. Die Caritas hilft mit Nahrung und Bildung.

Nach 14 Jahren als Generalsekretär für die Internationalen Programme der Caritas kehrt Christoph Schweifer wieder heim. Der Kleinhöfleiner hatte mit den 165 anderen nationalen Caritas-Organisationen für Nahrung, Bildung und Katastrophenhilfe vor Ort gesorgt. Gesehen hat er dabei die schönen („engagierte Menschen, die sich für andere einsetzen“) aber auch weniger schönen Dinge des Weltgeschehens.

Zweckoptimismus: „Ich weiß nicht, Gefahr riecht man ja nicht“

Seine erste Reise war gleich nach Tunesien, kurz nachdem 2004 ein Tsunami dort Hunderttausende in den Tod gerissen hatte. „Da verschwinden die sonst so strengen religiösen Grenzen und alle helfen zusammen“, beschreibt Schweifer ein Phänomen, dem er immer wieder begegnen sollte.

Selbst an Orten, wo er das nicht erwartet hätte, wie dem Iran („Ja, sogar dort gibt‘s eine Caritas“). Ob er nicht öfter in Gefahr war? Schweifer hat sich da einen Zweckoptimismus zugelegt: „Ich weiß nicht, Gefahr riecht man ja nicht. Passiert ist jedenfalls nix.“

Unter die Haut gehe das Erlebte natürlich schon. Wie das der afrikanischen Mutter, die für ihr halbverhungertes Kind außer Tee keine Nahrung hatte.

Entscheidend sei in solchen Situationen, dass Hilfe geleistet werde. Wie im libanesischen Flüchtlingslager, wo ein Vater seine Tochter schon tot glaubte. Die Caritas half und bei Schweifers nächstem Besuch spielte das Kind schon wieder mit den anderen. Schweifer: „Wenn wir Perspektiven vor Ort schaffen, müssen die Leute auch nicht flüchten.“

Wie geht es weiter? Schweifer will als Selbstständiger Organisationen bei der Entwicklungshilfe beraten: „Die Funktion geht, das Anliegen bleibt.“