Die treuesten Standler am Eisenstädter Stadtfest. Die BVZ fragte die beiden längstdienenden Verkaufsstandbesitzer, wie sich das Stadtfest über die Jahrzehnte verändert hat.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 12. Juni 2019 (04:23)
Markus Wagentristl
Gekommen um zu bleiben. Sylvia Bauer mit ihrem Erdädpfel-Stand und Erich Reiter mit Ethno-Mode und Schmuck.  Fotos: Wagentristl

Wie jedes Jahr füllt sich zum Stadtfest die Eisenstädter Fußgängerzone nicht nur mit Festgästen, sondern auch mit Verkaufsständen. Jährlich kommen neue hinzu, es gibt aber auch Dauergäste unter den Standlern, wie Sylvia Bauer und Erich Reiter. Mit der BVZ unterhielten sich die beiden über die Anfänge des Fests, wie sich dieses über die Jahrzehnte verändert hat und was ihnen am Stadtfest am besten gefällt.

Ethno-Schmuck geht auch in Eisenstadt

Erich Reiter hat sicherlich einen der buntesten Stände. Etwas verhangen von farbenfrohen Strickwesten und gemusterten Kleidern, sitzt er hinter dem Verkaufsstand mit Ethno-Schmuck. „Meine Lebensgefährtin hat das Schmuckgeschäft ‚Brisant‘ ein paar Schritte weiter oben. Da bekommt man schon einen Bezug sowohl zum Schmuck, als auch zum Verkaufen“, erklärt Erich den Hintergrund seiner Schätze.

Er ist viel auf Reisen und hat den Glas-, Holz- und Leder-Schmuck aus Afrika, Asien und Südamerika schätzen gelernt. Ob das in Eisenstadt gut ankommt? „Mit der Zeit schon“, lacht Erich nur.

Durchhalten hat sich ausgezahlt

Die Zeit, das sind bald drei Jahrzehnte: „Ich bin von Anfang an dabei gewesen!“ In den Anfangsjahren des Fests war es eher ein Durchhalten. Jetzt, wo Stadt und Fest gewachsen sind, sei eine für derartige Feste typische Entwicklung eingetreten: „Zuerst will keiner mitmachen, dann kommen’s auf einmal von überall daher. Aber jetzt“, fügt er mit einem verschmitzten Grinser hinzu, „jetzt, gibt es kaum noch Plätze.“

Ihren Fixplatz hat Sylvia Bauer natürlich schon. Gleich neben der Pestsäule stehen ihre beiden Öfen, in denen die Erdäpfeln ein- und ausgehen.

Ofenkartoffeln mit besonderer Tradition

Sylvia darf „Kartoffeln“ sagen, ohne von strengen BVZ-Brauchtumspflegern auf „Erdäpfeln“ oder gleich „Grundbirn“ ausgebessert zu werden: Sie ist aus Salzburg. Dort hat sie ihren Mann Erich kennengelernt. Der St. Georgener kam als Kellner zu ihr nach Saalbach.

Ihr Vater hatte damals die Importrechte für die britischen Pickwicks Backöfen. Deren Verkauf verlief leider schleppend, bis der Vater bei einer Messe zur Demonstration Bratkartoffeln machte. Die Besucher stürmten den Verkaufsstand, ein neues Produkt war geboren.

Burgenländer feiern eben länger

Salzburg sei ein schwerer Markt gewesen, blickt Silvia zurück. Die Feste dauern dort nur drei Tage, da gehen nicht viele Erdäpfeln weg. Das sei hier anders: „Im Burgenland, da feiert man länger. Die Festl hier dauern ja gleich zehn Tage.“

Und Erich wollte sowieso wieder heim. Somit war es beschlossene Sache: Die Bauers zogen ins Burgenland, nach Oslip, und versuchten ihr Glück am Eisenstädter Stadtfest. Es waren die Neunziger Jahre und der Beginn einer bis heute andauernden Erfolgsgeschichte.#

Vielfältigkeit als Erfolgsfaktor

Was den beiden am Stadtfest am meisten gefällt: Die Vielfältigkeit. Es sei sowohl musikalisch als auch kulinarisch für jeden etwas dabei und die Stimmung ist immer gut. Wenn nur das Wetter passt.