„Extrem-Pilger“ zum 62. Mal am Weg nach Mariazell. Für jedes Lebensjahr geht Bernhard Karall einmal die 120 Kilometer nach Mariazell. Derzeit ist er zum 62. Mal am Weg.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 09. August 2020 (05:22)
Fit. Bernhard Karall marschiert zum 62. Mal nach Mariazell.
zVg

„Ich bin Extrem-Pilger“, scherzt Bernhard Karall gerne — nicht ohne Ernst. Die BVZ erreichte ihn auf der steilsten Etappe der Wallfahrt nach Mariazell, um den 60-Jährigen nicht außer Atem zu bringen, verwies er uns auf ein flacheres Sück des Weges.

Nach dem steilen Anstieg und einem Funkloch zeigte sich der Sankt Margarethener gesprächig und zum Scherzen gelaunt. „Ich fahr sonst eh alles mit dem Auto, nach Mariazell gehe ich aber zu Fuß“, will Karall nicht als Sportfanatiker verstanden werden. Bewegungsfaul ist der Extrem-Pilger aber keineswegs, die Wallfahrt absolviert er bereits zum 62. Mal. Sein Ziel ist es, für jedes Lebensjahr einmal nach Mariazell zu gehen. Zu seinem 60. Geburtstag erfüllte er sich seinen Traum und marschierte zum 60. Mal zur Pilgerstätte.

Dabei ist er ein Spätberufener, erstmals legte er die etwa 120 Kilometer im Jahr 1997 zurück. Irgendwann habe es ihn dann gefangen, er avancierte zum Wallfahrt-Experten.

Karall marschierte ohne Pause nach Mariazell

„Die Leute kommen zu mir und sagen, ich soll die Planung übernehmen. Das mache ich gerne und marschiere auch mit“, so der wohl fleißigste Pilger des Landes.“

Auch intensivere Formate organisierte Karall bereits, 2010 etwa für die Pfarre Klingenbach. Bei der kroatischen Wallfahrt stellte er „eine Art Staffellauf“ auf die Beine. Bis dahin war er nur einmal jährlich in Mariazell, alleine im Juli 2020 war er dagegen vier Mal unterwegs. Sein liebstes Wallfahrt-Format ist aber die von ihm „24 Stunden Mariazell Extrem“ genannte Tour, bei der er die Strecke von Sankt Margarethen in die berühmte Wallfahrtskirche auf einmal zurücklegt. Die Distanz entspricht dabei fast genau jener der „24 Stunden Burgenland Extrem“-Tour, die er ebenfalls schon achtmal absolviert hat.

Derzeit marschiert er mit einer Gruppe Wallfahrt-Neulingen, darunter ein 82-Jähriger, nach Mariazell. Er selbst will auch bis ins hohe Alter weiter pilgern. „Ein Freund meinte, dass ich zu meinem 70. Geburtstag schon bei hundert Wallfahrten bin. Ich glaube nicht — da müsste ich mich ja zurückhalten“, scherzt Karall auch noch mit müden Beinen.

gen, darunter ein 82-Jähriger, nach Mariazell. Er selbst will auch bis ins hohe Alter weiter pilgern. „Ein Freund meinte, dass ich zu meinem 70. Geburtstag schon bei hundert Wallfahrten bin. Ich glaube nicht — da müsste ich mich ja zurückhalten“, scherzt Karall auch noch mit müden Beinen.