St. Margarethen im Burgenland

Erstellt am 08. November 2018, 07:16

von BVZ Redaktion

Militärdekan macht Passionsspiele. 2021 finden Passionsspiele St. Margarethen mit neuem Skript und neuem Regisseur statt – eventuell auf der Ruffinibühne.

Neuauflage. Pfarrer Richard Geier (r.) übergab dem Regisseur, Militärdekan Alexander M. Wessely, das neue Textbuch.  |  Nina Sorger

„Alles neu“ heißt es bei den Passionsspielen St. Margarethen. Bei der Vollversammlung präsentierte der neue Spielleiter, Pfarrer Richard Geier, die von ihm geschriebene, neue Fassung des Passionsspiels für 2021. Neu ist nicht nur der Ablauf, sondern auch die Rahmenhandlung:

Neuauflage. Pfarrer Richard Geier (r.) übergab dem Regisseur, Militärdekan Alexander M. Wessely, das neue Textbuch.  |  Nina Sorger

Die biblischen Szenen werden von zwei Emmausjüngern kommentiert. Neu ist auch die Deutung der Passionsgeschichte: „Es geht nicht um ein Historienspiel. Es geht um eine nachösterliche Perspektive, wie wir sie heute auch haben, über das, was man mit Jesus erlebt hat“, erklärt Geier. Er sieht Jesus als „Provokateur, der das alte Gottesbild zertrümmern und den Menschen ein neues ins Herz legen wollte.“

Neu ist auch der Regisseur: 2021 wird Militärdekan Alexander M. Wessely das Passionsspiel in Szene setzen. Er ist nicht nur Priester, sondern auch gelernter Schauspieler. „Regie ist für mich eine Hebammenkunst – wichtiger als das, was auf der Bühne geschieht, ist das, was vor der Bühne geschieht“, erklärt er: „Wir alle werden den Worten des Evangeliums ein Gesicht verleihen, und zwar ein ganz konkretes.“

Neu könnte aber auch die Spielstätte sein: Wie die BVZ bereits mehrmals berichtete, gibt es seit Jahren Diskussionen, ob in den Passionsjahren auch Oper gespielt werden soll, da deren Ausfall wirtschaftliche Einbußen für die Veranstalter und die Region mit sich bringt. Nun wird offenbar konkret darüber verhandelt, künftig auch im Passionsspieljahr auf der großen Bühne des Römersteinbruchs eine Opernproduktion zu spielen. Dann müssten die Passionsspiele auf die kleinere Ruffinibühne ausweichen. Derzeit befindet sich der Passionsspielvorstand noch in Verhandlungen mit der Esterházy Stiftung, der der Steinbruch gehört und die sich darüber bedeckt hält.