Paul Schusters selbstgebrannter Erfolg. In St. Margarethen brennt Paul Schuster „fruchtigen“ Gin von zuhause aus. Sein Experiment wurde zum Hobby und schließlich zum Unternehmen.

Von Daniel Hahofer. Erstellt am 24. Juli 2021 (11:52)
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Hingucker. Neo-Brenner Paul Schuster aus St. Margarethen präsentiert stolz seine Eigenkreation. Das Getränk — ein blauer Gin, der gemischt wie durch Zauberhand pink wird — konnte erste Käufer bereits begeistern.
zVg, zVg

Jungunternehmer Paul Schuster aus St. Margarethen begeistert seit wenigen Monaten erste Käufer mit seiner ersten einzigartigen Gin-Kreation „Casastos“. Was sein Getränk derartig besonders macht und wie es zur Umsetzung seiner Idee kam, enthüllt der Neo-Edelbrenner im Gespräch mit der BVZ.

Vor knapp einem Jahr begann der 19-Jährige an einer Rezeptur zu tüfteln. „Während der Pandemie und im Laufe meiner Tätigkeit als Zivildiener im Spital Eisenstadt hatte ich viel Zeit zum Überlegen“, erklärt Schuster der BVZ. „Schließlich habe ich mich dazu entschlossen, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen und habe diesen Plan seither ehrgeizig verfolgt.“

Steiniger Weg zum edlen Tropfen

Doch aller Anfang ist schwer und der Entstehungsprozess gestaltete sich alles andere als einfach: „Zu Beginn war es teilweise sehr schwer die richtigen Anpassungen umzusetzen und ich musste auch ordentlich Kritik einstecken“, so der Destillierer aus St. Margarethen. „Einige waren der Meinung: ‚Ein Gin muss klassisch sein und schmecken.‘ Doch man muss sich selbst treu bleiben und seine eigene Sache durchziehen. Da muss man drüber.“

Und Schusters eigene Note macht „Casastos Old Tom Gin“ erst besonders. Er wollte einen Gin kreieren, der nicht nur aufgrund seines fruchtigen Geschmacks aus der Masse hervorsticht, sondern auch optisch und qualitativ beeindruckt. Den exotischen und einzigartigen Geschmack erzielt Schuster, indem er Granatapfelkerne mit Wacholderbeeren aus Kroatien und frischen österreichischen Kräutern vereint.

Ein Hingucker in jeder Bar oder Disco

Das Highlight seiner Gin-Kreation ist allerdings dessen auffällige blaue Farbe, die sich beim Mischen erstaunlicherweise in die Farbe Pink verwandelt. Hierfür verwendet der 19-Jährige eine spezielle asiatische Blüte.

Im April 2021 meldete Paul Schuster schließlich „Casastos“ als Gewerbe an und begann im Mai seinen Gin zu brennen. „Ich mache alles selbst; von der Etikettierung, über das Brennen und die Herstellung, bis hin zur Ansetzung. Hergestellt und gelagert wird der Gin zuhause“, erklärt er stolz. Schwierigkeiten bei Produktion oder Verkauf hatte Schuster bisher keine.

Das erste Feedback seiner Käufer beschreibt Schuster als positiv: „Aktuell habe ich viele Privatkunden, die meist mehrmals bei mir kaufen. Auch in Bars, wie beispielsweise im Eisenstädter G-Paradise, kommt der Gin bisher sehr gut an, nicht zuletzt aufgrund seines Geschmacks und wegen des optischen Effekts“, meint der baldige Student. Eine geplante Verkostung seines Meisterwerks im Eisenstädter G-Paradise wurde wetterbedingt verschoben, ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Die Zukunft lässt der Neo-Brenner gelassen auf sich zukommen: „Ich halte mir vorerst alle Türen offen, zum Beispiel für ein Studium. Wenn es mit ‚Casastos‘ jedoch sehr gut läuft, denkt man natürlich ein wenig weiter.“ Für die kommende Zeit hat er bereits einiges geplant: „Es sind weitere Geschmacksrichtungen und Variationen geplant, aber auch abseits von Gin darf man sich auf einiges freuen“, verkündet der Jungunternehmer abschließend.