Grüner Hitzeschutz: Urbanist Johnson in Eisenstadt. Der renommierte Urbanist Daniel Johnson war auf Einladung der Grünen in Eisenstadt. Er warb für die Dächer-Begrünung.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 17. August 2019 (06:36)
WM
Von links: Peter Ötvös, Anja Haider-Wallner, Daniel Johnson.  Foto: WM

“Kukuruz und Autorennen“, das sind die zwei Haupteigenschaften von Indiana. Der US-Bundesstaat ist die Heimat des Stadt-Forschers Daniel Johnson. Dort trifft sich quasi das Schlechteste des Stadtlebens (die benzingetränkte Betonwüste) und das Langweiligste des Landlebens (Monokultur).

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Kritiker. Michael Bieber (ÖVP).

Nur all zu verständlich ist daher Johnsons Versuch, doch einmal das Beste beider Welten zu kreuzen. Für angehenden Doktor ist das eindeutig das Grün-Dach. „Es ist günstig in der Anschaffung, gut für das Tierreich, reguliert die Temperatur um bis zu sieben Grad und hilft somit sogar Geld sparen“, erklärt er. Ein Dach, das Dank der „grünen Iso-Schicht“ im Winter wärmt und im Sommer kühlt, hilft Heizkosten sparen und muss seltener saniert werden.

Aber ist es nicht auch mehr Arbeit? „Mit den richtigen Pflanzen darauf reicht einmal im Jahr zu mähen völlig“, beruhigt der mittlerweile in Berlin lebende und in Laxenburg forschende Johnson. Er würde das Begrünungskonzept auch auf Parkflächen ausweiten: Auf einem Gitter (wie etwa bei Tagesparkplatz Feldgasse in Eisenstadt) können Autos genau so gut parken, aber immer noch Gras wachsen und Wasser abrinnen.

Wenn Wasser Bäume tötet

Das rief die Grünen-Gemeinderätin Anja Haider-Wallner auf den Plan. „Ein Baum nach dem anderen muss in der Fußgängerzone nach nur zehn Jahren umgeschnitten werden. Diese sterben in ihren Betonfassungen einfach.“ Problem sei hier, dass Schadstoffe wie Streusalz durch den versiegelten FuZo-Boden fast nirgendwo anders abrinnen kann als im Baum-Beet.

Die Grünen formulierten ein Forderungsprogramm (siehe ganz unten), nicht ohne von der ÖVP dafür kritisiert zu werden.

Das Thema ist besonders wichtig, wie Daniel Johnson betonte, da es ein Zukunftsthema ist: Wegen des Klimawandels werden auch kleinere Städte wie Eisenstadt immer heißer und gleichzeitig von Platzregen heimgesucht.

Hier hilft zusammenfassend nur: Bäume pflanzen, Flächen begrünen und dem Wasser unversiegelte Abflüsse lassen.