Fertörákos: Großprojekt am Neusiedler See. Seehafen in Fertörákos soll umgebaut werden, was aus Schifffahrtslinien – auch aus dem Burgenland – wird, ist noch unklar.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 20. Februar 2019 (05:53)
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Geplant. Der Hafen in Fertörákos soll zum Yachthafen mit Seebad umgebaut werden (Bild). Wo die Drescher Line und andere Schiffsunternehmen künftig anlegen können ist noch offen. Fotos: Drescher Touristik/www.cyberpress.hu

Nach dem Brand im Hafen von Fertörákos auf der ungarischen Seite des Neusiedler Sees 2017 soll ein neuer Yachthafen entstehen. Bauarbeiten laufen bereits. Neben den Seehüttenbesitzern hängen dadurch viele Wirtschaftstreibende, darunter einige aus dem Burgenland, in der Luft. „

Über das Projekt gibt es nur wenige Infos“, erklärt Roman Drescher, Geschäftsführer der Mörbischer Schifffahrtsgesellschaft Drescher, die seit 1989 Fertörákos anfährt.

„Stellen uns auf eine normale Saison ein“

Der bestehende Vertrag der Drescher Line wurde seitens der Sopron-Fertő Turisztikai Nonprofit Zrt., der zuständigen Entwicklungs-AG, gekündigt: „Wir wurden informiert, dass wir dort, wo wir derzeit anlegen, voraussichtlich nicht bleiben können. Genaueres kann man noch nicht sagen“, so Drescher, der sich zuversichtlich gibt: „Wir haben demnächst wieder einen Termin mit den Betreibern und werden hoffentlich erfahren, was geplant ist. Wir stellen uns auf eine normale Saison ein.“

Dies tut auch Spitzengastronom Walter Eselböck, der in Fertörákos sein „Haus im See“ betreibt: „Wir haben noch nichts Offizielles bekommen und hoffen auf Infos bei einem Termin, der demnächst stattfinden soll. Auf jeden Fall haben wir heuer bereits Reservierungen für zwölf Hochzeiten.“

Drescher Touristik/www.cyberpress.hu
Geplant. Der Hafen in Fertörákos soll zum Yachthafen mit Seebad umgebaut werden. Wo die Drescher Line und andere Schiffsunternehmen künftig anlegen können ist noch offen. Fotos: Drescher Touristik/www.cyberpress.hu

Weniger positiv gestimmt ist Istvánné Kovács von der ungarischen Schifffahrtsgesellschaft Fertő-Tavi Hajózási KFT : „Unser Vertrag wurde mit 23. Dezember einseitig gekündigt. Der Anlegeplatz muss bis 28. Februar abgerissen werden. Wir wissen nicht, wohin mit unseren Schiffen.“

Laut Zsolt Leczkovics vom ungarischen Medienportal „Cyberpress.hu“ handelt es sich bei dem Hafen um ein von der Regierung finanziertes Bauprojekt, das rund 95 Millionen Euro kosten soll. In der ersten Bauphase sollen das Strandareal erneuert, 500 Liegeplätze für Boote und Yachten errichtet sowie Sportanlagen und Verkehrswege ausgebaut werden. 1.000 Parkplätze sollen entstehen. In der zweiten Bauphase ist gerüchteweise unter anderem ein Hotel geplant.