Stress mit Schulden: Eisenstädter (21) vor Gericht. Ein 21-jähriger Mann muss 16.000 Euro für Handyverträge abstottern. Jetzt steht er wieder vor Gericht.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 22. August 2019 (04:09)
Werner Müllner
Das Justizzentrum Eisenstadt.

Aus Gutmütigkeit hatte ein 21-jähriger Mann für eine mit ihm ehemals befreundete Familie Handyverträge abgeschlossen.

Die Nutznießer dieser Verträge zahlten nicht, jetzt sitzt der 21-Jährige nach eigenen Angaben auf einem Schuldenberg von 16.000 Euro.

Weil er die Familie, die ihn in seine missliche Lage gebracht hatte, mehrfach bedroht hatte, war der 21-Jährige bereits im März verurteilt worden. Die Anklagebank teilte er damals mit dem Ehepaar, das sich wegen Betruges verantworten musste und ebenfalls verurteilt wurde.

Bald nach diesem Urteil schickte der 21-Jährige neuerlich Nachrichten an das Ehepaar und forderte den 44-jährigen Mann und die 46-jährige Frau auf, ihm jene 600 Euro zu bezahlen, die ihm vom Gericht zugesprochen worden seien.

„Die Familie will mich fertigmachen!“

Wegen dieser Kontaktaufnahme muss sich der 21-Jährige nun neuerlich vor Gericht verantworten: Die Staatsanwaltschaft klagte ihn wegen beharrlicher Verfolgung an.

„Warum haben Sie weitere Nachrichten geschickt?“, wollte Richterin Karin Knöchl wissen.

„Die Familie lacht mich aus und will mich fertigmachen!“, beschwerte sich der sichtlich verzweifelte Angeklagte.

Auf dem fremden Schuldenberg sitzen

Er stottere den Schuldenberg bei dem Mobilfunkbetreiber mit monatlich 300 Euro ab, und sei froh, einen guten Arbeitsplatz gefunden zu haben. Dass ihm durch eine einstweilige Verfügung jegliche Kontaktaufnahme zu der mit ihm zerstrittenen Familie verboten war, habe er erst im Juni erfahren, so der junge Mann. Er habe danach keine Nachrichten mehr geschickt.

„Er findet es ungerecht, dass er allein auf den Schulden sitzen bleibt“, berichtete jene Bewährungshelferin, die den 21-Jährigen betreut.

„Sie haben sich geärgert“, gestand die Richterin dem Angeklagten zu. Um sich von der Gegenseite ein Bild zu verschaffen, hatte sie die 46-jährige Empfängerin der Nachrichten als Zeugin in den Gerichtssaal vorgeladen. Die Frau blieb dem Termin aber fern, ohne sich bei der Richterin zu entschuldigen. Somit musste der Prozess vertagt werden.