VGT-Aktion in Eisenstadt für Schweinewohl. Der Verein gegen Tierfabriken startet eine bundesweite Kampagne für ein Verbot von Vollspaltenbodenhaltung.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 14. Mai 2019 (14:56)
Weingartner
Der Stein des Anstoßes!

Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) hat am Dienstag in Eisenstadt auf die seiner Einschätzung nach problematische Vollspaltenbodenhaltung bei Schweinen hingewiesen. Im Rahmen einer bundesweiten Kampagne fordern die Tierschützer ein Verbot dieser Art der Haltung und mehr Platz für die Tiere.

In der Fußgängerzone waren zwei Schweineattrappen aufgestellt, von denen eine auf einem Spaltenboden und die andere auf einem mit Stroh bedeckten Untergrund stand. "Es ist so, dass in Österreich 60 Prozent aller Schweine auf einem Betonboden leben, der durchgehend mit Spalten durchzogen ist", schilderte David Fenzl vom VGT. Das habe den Grund, dass der Kot und Urin durchfalle, unten werde die Gülle dann abgesaugt.

Diese Art der Haltung sei aus Tierschutzsicht mit mehreren Problemen behaftet: Es bilde sich Ammoniakgas, das durch die Spalten aufsteige. "Die Tiere bekommen Augenentzündungen, bekommen Lungenentzündungen. Der Boden mit diesen Spalten hat auch sehr scharfe Kanten. Und wenn man draufliegt - und die Tiere liegen 80 Prozent der Zeit in einer Tierfabrik - dann bekommen sie Gelenks- und Schleimbeutelentzündungen."

Einer Studie zufolge würden neun von zehn derart gehaltenen Schweinen bis zu ihrer Schlachtung Schleimbeutelentzündungen entwickeln. Es gebe aber Alternativen, meinte Fenzl. In einigen europäischen Ländern, etwa in Dänemark, gebe es bereits ein Vollspaltenbodenverbot.

Dänemark produziere Schweinefleisch für den Export. "Und wenn die das schaffen, sagen wir als Österreich, wo wir uns eigentlich Tierschutz an die Fahnen heften, warum das bei uns nicht auch möglich sein soll." Auch Schweden, Norwegen und die Niederlande sowie die Schweiz hätten ein solches Verbot schon umgesetzt.

Ein Schwein mit bis zu 110 Kilogramm habe nur ein Meter mal 0,7 Meter Platz. "In Verbindung mit diesem engen Platz und der Vollspaltenbodenhaltung werden die Tiere extrem gestresst und werden auch verrückt."

"Wichtig wäre, dass die Spalten zumindest teilweise wegkommen", sagte Fenzl. Man könnte etwa auch Matten auflegen und Stroh einstreuen und die andere Hälfte könnte so bleiben wie derzeit. "Wenn die Schweine wirklich genug Platz haben, dann trennen sie das auch strikt, ihren Platz, wo sie aufs Klo gehen und den Platz, wo sie liegen und schlafen."

Im Burgenland liege der Anteil der Schweine in Vollspaltenbodenhaltung laut VGT bei 45 Prozent. Knapp 28 Prozent würden auf Stroh gehalten,18,5 Prozent der Tiere lebten in Ställen mit Teilspaltenboden. Der Rest entfalle auf sonstige Haltungsformen.