Mörbischer Rohrbruch mit Folgen. Vor fast zwei Wochen brach in Mörbisch eine Leitung und sorgte für erhebliche Schäden an der Straße und einem Gebäude.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 29. Mai 2020 (04:56)
Rohrbruch. Auch zwei Wochen nachdem in Mörbisch eine Hauptwasserleitung brach, haben die Reperaturen noch nicht begonnen, da die Bürokratie zu viel Zeit beanspruche, beklagt Bürgermeister Markus Binder.
zVg/Gemeinde Mörbisch

Vor zwei Wochen brach in der Hauerstraße eine Hauptwasserleitung und verursachte massive Schäden. Die Kellerwand eines anliegenden Gebäudes wurde vom Wasser eingedrückt und schwer beschädigt. Daraufhin rückte die Feuerwehr aus um Schlimmeres zu vermeiden, zudem war ein Teil der Gemeinde längere Zeit von der Wasserversorgung abgeschnitten, da die Leitungen großflächig gesperrt werden mussten.

„Seit zwei Wochen ist nichts passiert“

„Wir haben unseren Sachverständigen quasi aus dem Bett geläutet, der war rasch vor Ort und konnte zumindest Entwarnung beim beschädigten Keller geben, es bestand keine Einsturzgefahr“, erklärt Bürgermeister Markus Binder. Seither klafft in der Hauerstraße ein riesiges Loch, die Fahrbahn ist weiterhin gesperrt.

Für die Anrainer und Bürgermeister Markus Binder gehen die Reperaturarbeiten nicht schnell genug. „Seitens des Wasserleitungsverbandes und der Versicherung gibt es noch immer keine Informationen“, beklagt der Ortschef. Man müsse weiterhin auf grünes Licht warten, um die Reparaturarbeiten starten zu können. „Seit zwei Wochen ist nichts passiert. Wieso das so lange dauert, weiß ich nicht. Solange die Versicherung keine Baufreigabe erteilt, hängen wir in der Luft“, so Binder.

Die Kosten seien jedenfalls enorm, derzeit geht man von einem sechsstelligen Betrag für die Sanierung aus. Zuerst müsse man den beschädigten Keller entrümpeln — dieser ist zur Zeit offen, die Wand fehlt mittlerweile. Allein diese Arbeiten werden wohl zwei bis drei Wochen dauern, schätzt der Bürgermeister.

Zudem müssen die Leitungen gekappt und erneuert werden, erst dann kann die STRABAG den Unterbau errichten und asphaltieren. Auch diese Arbeiten werden wohl einige Zeit in Anspruch nehmen, in der die Hauerstraße nur teilweise für den Verkehr freigegeben wird. Der Zeitpunkt für den Schaden ist besonders unglücklich, da am Wochenende die Tourismus-Saison starte und die Hauerstraße eine wichtige Verkehrsroute im Ort sei.

Umsatzeinbußen für Fleischerei Piringer

Auch die anliegenden Betriebe bekommen die Nachwirkungen des Rohrbruches zu spüren: Bei der Fleischerei von Erich Piringer machen sich bereits Umsatzeinbußen bemerkbar: „Das Geschäft läuft durch die Corona-Krise schon nicht besonders gut, die Gastronomie benötigt weniger Fleisch als im Normalbetrieb“, schildert Piringer.

Nun ist auch noch die Zufahrt zu seinem Geschäft nur eingeschränkt möglich. „Die Leute müssten einen Umweg fahren, dafür sind viele scheinbar zu faul. Es ist leider so: Wenn man nicht vor der Tür parken kann, kommen keine Kunden“, ärgert sich der Fleischer.

Hundert Euro fehlen ihm nun täglich in der Kassa, „das merkt man schon als kleiner Betrieb. Ich hab eine Familie zu ernähren. Wenn so etwas passiert, kann niemand was dafür. Aber es sollte eben schneller gehen“, findet Piringer. Daher habe er kein Verständnis dafür, wieso man sich mit den Reparaturen so lange Zeit lasse. Bei ihm habe sich jedenfalls noch niemand wegen eines Zeitplans gerührt.

Ob der Grund für den Rohrbruch erhoben wird, steht noch nicht fest. Dadurch würden die Arbeiten nämlich weiter verzögert werden, bei einer Leitung aus den 70er-Jahren könnten schon einmal Schäden vorkommen, erklärt Ortschef Binder.