Weinbau mit Strauß: Ungewöhnliches Konzept in Oggau

Erstellt am 05. Dezember 2022 | 05:55
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Straußen-Bauer Florian Wimmer bei seinen Vögeln.
Foto: zVg
Florian Wimmer betreibt in Oggau neben seinem Weingut auch die erste biologische Straußenfarm Österreichs.

Strauße sind nicht gerade die typisch burgenländischen Haustiere, für das Weingut Wimmer hingegen schon. Bereits seit 1994 wird das Weingut von den eher ungewöhnlichen Vögeln bewohnt. Übernommen hat Florian Wimmer die Farm mit fünf Tieren, jetzt tummeln sich bereits 24 Strauße im Stallgebäude und im Auslauf.

„Wenn mir vor 15 Jahren jemand gesagt hätte, dass ich eines schönen Tages stolzer Besitzer einer Straußenfarm bin, hätte ich gelacht“, beginnt Florian Wimmer zu erzählen.

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Die Vögel passen perfekt in die Landschaft.
Foto: Wagentristl

Geplant war die Haltung von seinen mittlerweile 24 Straußen also nicht. Im Jahr 1994 gründete Rudolf Wimmer, gemeinsam mit zwei Arbeitskollegen die erste burgenländische Straußenfarm. So wuchs Rudolfs Neffe Florian mehr oder weniger mit den Tieren auf.

Der heute 35-Jährige erinnert sich zurück: „Bereits von klein auf haben mich diese Tiere fasziniert. Damals waren sie noch eine Neuheit oder eine Rarität, weil sonst niemand im Besitz von Straußen war. Mit den exotischen Vögeln hat sich mein Onkel ein Stück Afrika nach Oggau geholt.“

Nach dem Besuch der landwirtschaftlichen Fachschule in Eisenstadt übernahm Florian im Jahr 2009 die Landwirtschaft des elterlichen Betriebes. Da ihm der Bio-Aspekt schon immer am Herzen lag, stellte er den Betrieb direkt nach der Übernahme auf eine biologische Wirtschaftsweise um. Nach 20 Jahren erfolgreicher Zucht ging Rudolf Wimmer in Pension und nun stand die Frage im Raum, wer die Farm übernehmen soll. Somit bot sich kurzerhand Florian an, sich fortan um die fünf Vögel zu kümmern.

„Eine nachhaltige Aufzucht der Strauße in den Oggauer Wiesen verspricht höchste Qualität“, so Wimmer. Somit gründete Rudolf Wimmer nicht nur die erste Straußenfarm im Burgenland - dank Sohn Florian wurde sie zur ersten biologischen Farm in ganz Österreich. Im Jahr 2020 wurde die Farm sogar mit dem Bioinnovationspreis ausgezeichnet.

Ein Verkaufsschlager Wimmers sind dabei die Straußeneier. Immerhin wiegen diese im Schnitt 1,5 Kilogramm. Das entspricht ungefähr 26 Hühnereiern. Die Legesaison ist von März bis September. „Im Geschmack sind Straußeneier ein bisschen intensiver und fluffiger als Hühnereier“, erklärt der Experte. Seit Wimmer „auf den Strauß gekommen ist“, wie er sagt, wächst die Population stetig, mittlerweile von fünf auf 24.

Die Strauße kann man das ganze Jahr über besuchen. Auch eine Führung kann jederzeit gebucht werden. Wer dabei noch zusätzlich Lust auf ein Glaserl Wein hat, ist bei der Winzerfamilie mit den vielen Vögeln goldrichtig. Gemeinsam mit Bruder Thomas hat Florian Wimmer das elterliche Unternehmen so zu einem innovativen Vorzeigebetrieb ausgebaut.