Vorrang genommen: Lenker rastete aus, Zeugen gesucht!. Weil er sich Vorrang unabsichtlich erzwungen haben soll, rastete ein Lenker aus. Jetzt werden Zeugen gesucht.

Von Doris Fischer. Erstellt am 12. November 2020 (03:33)
APA

Für Herbert Hirschler ist es eine letzte Möglichkeit, um den Tathergang vom 19. Mai 2020 aufzuklären: Er sucht dringend Zeugen, die am 19. Mai zwischen 16.15 Uhr und 16.30 Uhr den Vorfall auf der Straße zwischen Lichtenwörth (Niederösterreich) und Pöttsching beobachtet haben.

Der Zillingtaler Herbert Hirschler war kurz nach 16 Uhr in Lichtenwörth aus der Angergasse in Richtung Pöttsching gefahren. Dabei hat er einen Wiener Autolenker übersehen und sich den Vorrang erzwungen. „Mir ist es sofort aufgefallen und habe mich durch Rausstrecken der linken Hand beim offenen Fenster bei ihm entschuldigt“, schildert der BMW-Lenker den Anfang der „unendlichen“ Geschichte. „Es war kein Unfall, kein Zusammenstoß“, versichert er. Und was dann kam, ist filmreif: Der Wiener Lenker hat ihn überholt, ist abrupt stehengeblieben, hat zurückgeschoben, sodass auch Hirschler zurückschieben musste. Als er an dem Skodafahrer links vorbeifahren wollte, ist er vor ihm in Zickzack-Linie gefahren. Schließlich konnte Hirschler ihn überholen.

Er hat versucht, mich in den Straßengraben abzudrängen. 150 Meter vor der Kreuzung hat er mich überholt, ist stehengeblieben, ausgestiegen und hat mit dem Fuß gegen meine Autotüre getreten“, berichtet Hirschler und ergänzt: „Vielleicht hat das jemand gesehen.

Es waren drei Autos hinter mir unterwegs und zwei sind mir entgegengekommen und müssten den Skodalenker auf der Fahrbahn gesehen haben.“ Aber es ging weiter: Noch bevor Hirschler die Polizei verständigen konnte, hatte ihn der Wiener bereits bei der Neudörfler Polizei wegen Unfalls mit Fahrerflucht angezeigt. Daraufhin haben die Polizisten sein Fahrzeug angesehen, aber keine Niederschrift gemacht, da dafür die Polizeiinspektion Eggendorf zuständig ist. Hirschler wandte sich an den Anwalt, der für ihn die Sache regeln sollte. Weit gefehlt: Die Schadenssumme wurde nicht beglichen, stattdessen flatterte ihm eine Klage des Wieners ein, der 6.000 Euro plus Anwaltskosten und Kostenübernahme für die Behandlung psychischer Schäden forderte. Jetzt sind die Gerichte am Zug. Obwohl Hirschler Beweise für seine Unschuld hat – er hat Fotos mit Datum und Uhrzeit vom unbeschädigten Skoda – , sucht er nach Zeugen.