Grüezi, mein Name ist Bond!. Mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau locken im Berner Oberland unberührte Natur, Wandermöglichkeiten und viele sportliche Aktivitäten.

Von Karl Pröglhöf. Erstellt am 04. September 2019 (05:47)
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„Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ lautete der Titel des einzigen James-Bond-Filmes mit George Lazenby in der Hauptrolle. Spektakuläre Szenen wie eine Verfolgungsjagd auf Skiern mit Bösewicht Telly Savalas (alias „Kojak“) und Diana Rigg (bekannt aus „Mit Schirm, Charme und Melone“) wurden auf dem Schilthorn im Berner Oberland gedreht. Das ist mittlerweile auch schon über 50 Jahre her.

Doch auf dem Piz Gloria kann man in einer interaktiven Erlebniswelt in den Film eintauchen, bis hin zur finalen Zerstörung der Bergstation in 2.970 Metern Seehöhe – wenngleich nur im Modell. Denn das Gipfelrestaurant gibt es noch immer. In diesem kann man den James-Bond-Brunch genießen, während sich der Bereich mit den Tischen innerhalb von 45 Minuten um 360 Grad dreht und immer neue Blickwinkel auf Eiger, Mönch und Jungfrau sowie zahlreiche Nachbargipfel eröffnet.

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Adrenalinkick wie James Bond: auf dem Thrill Walk in Birg mit dem Blick ins Bodenlose.

Der Aufstieg erfolgt von Stechelberg aus bequem mit der Gondelbahn, wenngleich man wie bei Hop-on/Hop-off in Mürren (bezaubernder, autofreier Ort) und Birg (wo man beim Thrill Walk mit Blick ins Bodenlose einen Adrenalinkick wie James Bond erleben kann) zwei Mal umsteigen muss. Bei diesen Stationen eröffnen sich zahlreiche Wandermöglichkeiten, und für Paragleiter ist der Bereich um Interlaken wegen seiner ausgezeichneten Thermik ohnehin ein Paradies.

Deshalb starten viele Sportler auch vom Niesen Kulm (2.362 Meter) zum Flug ins Tal. Hinauf kommt man auf den Berg, der einen Schatten wie eine Pyramide wirft, bequem mit einer Standseilbahn ab Mülenen. Die Alternative für Sportliche über mehr als 11.000 Stufen ist nur hypothetisch: Die längste Treppe der Welt ist gesperrt und dient nur als „Notausgang“.

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Gemütlich ruckelt und zuckelt die Zahnradbahn von Brienz auf das Rothorn mit Blick auf Berge und See.

Oben angekommen, kann man es sich beim Berghaus auf der Terrasse gemütlich machen – oder in einem der Zimmer (ohne TV, Etagendusche/WC und knarrende Holzböden wie auf einer Almhütte) übernachten und damit auch den faszinierenden Sonnenaufgang und Sonnenuntergang über den Seen und dem Bergmassiv erleben.

Interlaken ist Angelpunkt und Drehscheibe für den Tourismus der Region, und die heimelige Altstadt lädt zum Flanieren ein – besonders reichhaltig ist das Angebot an Uhren und Schmuck. Die Stadt liegt zwischen dem Brienzer See und dem Thunersee, die mit dem türkisfarbenen Wasser der Gletscher gespeist werden.

Die malerische Brunnengasse in Brienz zählt mit ihren blumengeschmückten Alpenhäusern zu den schönsten Europas. Ganz in der Nähe dampft man mit einer historischen Zahnradbahn gemütlich hinauf auf das Rothorn. Schneller kommt man von der anderen Seite des Berges ab Sörenberg mit einer Gondelbahn auf knapp 2.300 Meter – der Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau ist allgegenwärtig.

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An den Südhängen von Spiez wächst sogar Wein. Und auf dem Thunersee ist auch ein Raddampfer für Ausflugsfahrten im Einsatz.

Mit 17,5 Kilometern Länge ist der Thunersee der „große Bruder“ des Brienzer Sees und bestens geeignet für eine gemütliche Schifffahrt. Als Stationen zum Aussteigen bieten sich Spiez (hier wächst auf den Südhängen sogar Wein) und Thun an. Bemerkenswert in dem bezaubernden Städtchen (44.000 Einwohner) sind die
hohen Gehsteige im Zentrum.

Eigentlich handelt es sich dabei um Gehwege in der oberen Ebene, weil die Gassen im Mittelalter sehr verschmutzt waren und (nicht nur) die feinen Ladys mit sauberen Roben durch die Stadt spazieren wollten.

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Mächtig thronen Schloss und Kirche über der Stadt Thun. Bei den Schleusen versuchen Wellenreiter mitten in der Stadt ihr Glück.

Hoch über der Stadt thront das Schloss. Unten fließt die Aare vorbei und eröffnet bei den beiden Schleusen (sehen aus wie die Kapellbrücke in Luzern) eine Sportmöglichkeit der ganz besonderen Art: Wellenreiten mitten in der Stadt.