Von Atlantis zum Zeus-Berg. Inselhüpfen auf den Kykladen: Santorin, Naxos und Paros. Wo der Himmel die Erde küsst …

Von Udo Sagl. Erstellt am 31. März 2017 (01:12)

„Das allerschönste Morgenrot der Welt.“ Ja, Thalia weiß, wo man es bewundern kann. Wer in der purpurroten Dämmerung auf dem Profitis Ilias, dem höchsten Berg von Santorin, den neuen Tag begrüßt, der erlebt voller Ehrfurcht, wie der Himmel die Erde küsst …

„Ximeroni“ – so sagen die Griechen dazu, wenn die Sonne aufgeht. Thalia erzählt darüber mit euphorischem Unterton. Als umsichtige Hotelbesitzerin teilt sie ihre Begeisterung für ihre Heimat gerne mit ihren Gästen.

Santorin ist auch wirklich eine besondere Insel, das Aushängeschild der Kykladen. Strahlend weiße Häuser, in dunkle Lavafelsen eingebettet – und das alles 200 Meter hoch über dem tiefblauen Meer: Die Hauptstadt Fira und das Bilderbuchdorf Oia schmücken fast jede zweite Ansichtskarte von Hellas.

„Paradies der Antike“: Der Mythos lebt weiter

Romantisch und spektakulär zugleich. Kein Wunder, dass die berühmte Vulkaninsel eng mit einem abenteuerlichen Mythos in Verbindung gebracht wird. Santorin, so heißt es in Anlehnung an Platon, sei mit dem sagenhaften Atlantis gleichzusetzen, dem Paradies der Antike. Weil die Insulaner die Götterwelt ärgerten, wurden sie laut Überlieferung mit einer alles vernichtenden Eruption bestraft.

Zeus richtete dafür auf seiner benachbarten Heimatinsel ein neues Paradies ein: Naxos ist das fruchtbarste und größte Eiland der Kykladen. Rund um den mehr als 1.000 Meter hohen Gipfel des Zas (= Zeus) sorgen wasserreiche Hochtäler und grüne Ebenen für ein beeindruckendes Landschaftsbild, das zahlreiche Wanderer anlockt.

Paradiesisch präsentieren sich auch die weitläufigen Sandstrände. Der schönste von ihnen, Agios Georgios, liegt in unmittelbarer Nähe von Naxos-Stadt, Chora genannt. Ein venezianisches Burgviertel prägt die malerische Metropole, doch das Wahrzeichen erinnert an die Antike: Direkt am Hafen steht Portara, das riesige Eingangstor eines nie gebauten Tempels.

Ebenfalls sehenswert: Chalki und Filoti, zwei fein herausgeputzte Bergdörfer, die sich durch äußerst herzliche Gastfreundschaft und bodenständige Küche auszeichnen. „Fleisch, Käse, Gemüse – alles, was hier auf den Tisch kommt, stammt von Bauern aus der Umgebung“, versichert der Wirt der urigen Taverne Duetto stolz.

Das weiße Dorf und ein Abendessen mit Zugabe

Weiterreise nach Paros. Die Überfahrt mit der Fähre dauert nur 30 Minuten und zahlt sich aus. Denn die beschauliche Hauptstadt Parikia und vor allem der schmucke Fischerhafen Naoussa bieten tolle Fotomotive – ein Augenschmaus!

Fixpunkt jeder Inselrundfahrt: Lefkes, das „weiße Dorf“ mit typischer Kykladen-Architektur an den Hängen des höchsten Berges Agios Pantes, von üppiger Vegetation umgeben.
Ein Fall für Romantiker: Beim genussvollen Abendessen an der gemütlichen Hafenpromenade von Parikia gibt’s als Zugabe das schönste Dämmerungsrot weit und breit. Und man wird demütig Zeuge, wie die Sonne das Meer küsst …

Wissenswertes

Anreise. Flug Wien – Santorin (www.flyniki.com), Weiterreise mit der Fähre.

Infos. Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, 1010 Wien, Opernring 8, 01/5125317-0, info@visitgreece.at, www.visitgreece.gr)

Hoteltipps. Naxos Resort Beach Hotel (http://naxosresort.gr/), Saint Andrea Paros Seaside Resort (http://st-andrea.gr/en/), Thalia Apartments, Santorin/Fira (thaliaxtx660@gmail.com).

Lokaltipps. Antamoma (Naxos-Stadt), La Piatsa (Naoussa), Albatros (Parikia).

Mietautos. www.karent.gr, www.funcarandrides.com