Ischia: Eine Insel zum Verlieben. Capris große Schwester glänzt als Drehort glorreicher Kinofilme und als traumhafte Urlaubskulisse – vor allem für entspanntes Wandern.

Von Udo Sagl. Erstellt am 16. Januar 2019 (03:40)
Udo Sagl

„Sie war so schön, so einzigartig schön.“ Ältere Inselbewohner schwärmen noch immer von ihr in höchsten Tönen: Die damals weltweit vergötterte Liz Taylor stand im Sommer 1962 auf Ischia vor der Kamera.

Ein viel beachtetes Ereignis, das fette Schlagzeilen einbrachte und bis heute nachwirkt. Denn „Cleopatra“ küsste „Marcus Antonius“ still und heimlich auch nach den Dreharbeiten. Die von Paparazzi aus dem Hinterhalt geschossenen Bilder gingen rund um die Welt. Sie zeigten Liz Taylor und Richard Burton als verzückt turtelndes Paar, das fortan nicht mehr voneinander lassen konnte. Ischia, eine Insel zum Verlieben – was für eine romantische Geschichte und was für eine tolle Werbung.

Auf den Spuren von Jack Lemmon und Obelix

Weitere Filme (wie „Avanti, Avanti!“ mit Jack Lemmon) verstärkten den Effekt, und den Schauspielern folgten Scharen von Gästen, die erkannten: Ischia ist sowohl eine großartige Kulisse für Hollywood-Streifen als auch für einen äußerst genussreichen Urlaub.

Liebliche Strände, bewaldete Hügel, hübsche Küstenorte, verträumte Dörfer: Es ist die beispiellose Anmut, die Besucher in ihren Bann zieht. Deutlich größer als
die berühmte, heillos überlaufene Schwesterinsel Capri, strahlt Ischia viel Ruhe und Beschaulichkeit aus. Der Tourismus wirkt vergleichsweise sanft. Sanft wie die wunderhübsche Landschaft, die weitläufig durch ein dichtes Netz an gepflegten Wanderwegen erschlossen ist. Immer mehr Naturliebhaber wissen das zu schätzen.

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Aussichtsreiche Wanderungen mit Aniello.

Überall grünt es. Überall duftet es. Und fast überall dampft etwas. An insgesamt rund 40 Stellen ist das Brodeln, das sich noch immer unter der fruchtbaren Erde der Vulkaninsel abspielt, sehr gut sichtbar. „Hier kann man allerorts Frühstückseier kochen“, scherzt Wanderführer Aniello Di Iorio. Er ist diplomierter Geologe und zeigt den staunenden Gästen mit Vergnügen aktive Fumarolen, diese wundersamen Öffnungen, aus denen Wasserdampf austritt.

Touren mit Aniello sind reich an naturgegebenen Attraktionen. Die Wege führen etwa durch den „Zauberwald“ mit seinen bizarren Felsformationen, die an seltsame Fabelwesen erinnern. Ein anderer Felsen wiederum sieht aus wie der Hinkelstein von Obelix und ist ein begehrtes Fotomotiv.

Vulkan-Wein beim italienischen „Heurigen“

Besonders aussichtsreich sind Wanderungen auf den 789 Meter hohen Epomeo-Gipfel. Aber auch die Pfade entlang der Steilküste bieten einen herrlichen Blick auf die Nebeninseln und auf den Golf von Neapel. Hoch über dem Meer steht dann eine Mittagsrast auf der Terrasse eines „Heurigen“, einer Cantina, auf dem Programm. Es gibt eine köstliche Auswahl einfacher italienischer Küche und delikaten heimischen „Vulkanwein“, der sich durch sein einzigartiges Aroma auszeichnet.

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Bunte Idylle: Fischerdorf Sant Angelo.

Noch mehr Entspannung gefällig? Ein Bad in einer der dutzenden Thermalquellen bildet den krönenden Abschluss eines gemütlichen Wandertages.

Wer die ganze Insel erkunden will, für den lohnt sich eine Rundfahrt. Öffentliche Busse verkehren in kurzen Intervallen und erschließen alle Orte samt Sehenswürdigkeiten. Gerne besucht werden der attraktive Ferienort Forio mit seiner schneeweißen Seefahrerkirche, das liebliche Fischerdorf Sant Angelo mit seinen bunten Häusern und die Hauptstadt Ischia Porto mit ihrer kreisrunden Hafenbucht. Wahrzeichen der Insel ist die 100 Meter über dem Meer gelegene Burg Castello Aragonese.

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Malerische Lage: Ferienort Forio.

Hier wurden nicht nur Schlüsselszenen für „Cleopatra“ gefilmt, sondern zuletzt auch für „Men in Black 4“. Hauptdarsteller Chris Hemsworth pries während der Dreharbeiten die Schönheit von Ischia: „Ich fühle mich hier wie im Paradies und bin glücklich, hier sein zu dürfen.“ Jaja, eine Insel zum Verlieben ...