Das große Herz von Hellas. Die Zeus-Insel lockt mit göttlicher Landschaft, kilometerlangen Stränden und umwerfender Gastfreundschaft.

Von Udo Sagl. Erstellt am 29. November 2017 (09:23)

Enge Gassen und friedvolle Stille. Nur aus dem kleinen Kafenion ist ganz leise Musik zu hören. Das beschauliche Dorf Kroustas liegt verträumt an den Hängen der mächtigen Dikti-Berge hoch über dem Meer. Eine alte Frau sitzt vor ihrem Haus und knackt gemächlich Walnüsse. „Cherete!“ („Freut euch!“), spricht sie einen Willkommensgruß aus. Dann streckt sie ihre geöffnete Hand aus, um ein paar der frisch geernteten Nüsse zum Naschen anzubieten.

So ist Kreta. „Wer auch immer diese Insel betritt, kann eine geheime Macht fühlen, warm und freundlich, die durch seine Adern fließt und seine Seele größer werden lässt“, schreibt Nikos Kazantzakis, der Autor von „Alexis Sorbas“, über seine Heimat.

Fremde einladen – das ist einfach Ehrensache

Ja, die viel gerühmte griechische Gastfreundschaft: Das große Herz von Hellas ist auf Kreta besonders stark ausgeprägt.
In den Bergdörfern gilt es als Ehrensache, Fremde zu bewirten und ihnen eine Schlafstatt anzubieten. Im Mini-Supermarkt des Küstenortes Stalis wiederum ist es ganz normal, dass Georgia ihre Kunden mit einem Gläschen

Rakomelo-Likör begrüßt. Und im noblen Strandhotel in Malia bringt Manager Kiriakos höchstpersönlich den Urlaubern den Kaffee, wenn er sieht, dass gerade einmal Not am Mann ist.

Stichwort Malia: Der quirlige Ferienort östlich von Heraklion lockt nicht nur mit einem sechs Kilometer langen Strand, sondern eignet sich auch sehr gut als Ausgangspunkt für Erkundungstouren zu umliegenden Sehenswürdigkeiten.

Von der Riesenplatane zum Karibik-Hafen

Für Kulturfreunde zählen der berühmte Palast von Knossos und das Archäologische Museum in der Hauptstadt zum Pflichtprogramm. Naturliebhaber wiederum sind von der Kulisse der weitläufigen Hochebene Lassithi mit ihren alten Windmühlen begeistert. Dort findet man auch die sagenhafte Tropfsteinhöhle Diktäio Antro, die Geburtsstätte von Zeus.

Ganz in der Nähe liegt das Dörfchen Krasi mit der größten Platane Europas. Sie misst rund 18 Meter Umfang und soll etwa 2.500 Jahre alt sein.
Als besonders lohnend erweist sich ein Ausflug nach Sissi. Der idyllische Fischerhafen ist in eine fjordartige, von Palmen gesäumte Bucht eingebettet – ein klassisches Postkartenmotiv.

Wer es geschäftiger liebt, fühlt sich in Agios Nikolaos wohl: Die kleine Küstenstadt hat im Zen-trum den kreisrunden Süßwassersee Voulismeni als Attraktion zu bieten. Am Ufer reiht sich ein Lokal an das andere. Im Restaurant Dionysos sind die Zwillingsbrüder Fontas und Geor-
gios die „Sehenswürdigkeit“. Durch ihre verblüffende Ähnlichkeit sorgen sie bei ihren Gästen für jede Menge Verwirrung und Spaß. „Kalimera!“, grüßt Fontas. „Kalos irthes!“ („Willkommen!“),  ergänzt Georgios und stellt sich verschmitzt grinsend neben seinen Bruder. Wer ist nun wer? Egal, einer ist freundlicher als der andere. Das große Herz von Hellas im Doppelpack ...

Wissenswertes

Anreise
Direktflüge von Wien nach Heraklion mit Austrian Airlines, jeweils Samstag (ab 24. März), Sonntag (ab 3. Juni) und Mittwoch (ab 13. Juni).

Hoteltipp
Cretan Malia Park****, schöne Strandlage, sehr gutes Essen;
Attika-Preisbeispiel: eine Woche/zwei Personen mit Flug, Hoteltransfer, Doppelzimmer mit Frühstück ab 1.291 Euro (mit geringem Aufpreis auch Halbpension oder AI); mit Mietauto (kleinste Kategorie, Vollkaskoversicherung ohne Selbstbehalt) insgesamt ab 1.421 Euro.

Infos
Spezialist für Griechenland (und Zypern) ist der Reiseveranstalter Attika-Reisen (buchbar in allen Reisebüros oder unter www.attika.de), kostenlose Infoline aus Österreich (0800 111 166).