Dunkle Künste mit Harry Potter zu Halloween. Im Nordwesten von London befinden sich die Warner Bros. Studios, in denen die legendären Harry-Potter-Bücher verfilmt wurden. Rechtzeitig zu Halloween gibt’s dort das Programm „Dark Arts“, das Mitte November vom Weihnachts-Programm abgelöst wird. Im Inneren neu dazugekommen sind der Verbotene Wald und Gringotts, die Bank der Magier.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 22. Oktober 2019 (02:54)

Ja, es ist schon ein bisschen gruselig, wenn sich bei Harry Potter dieser Tage alles um die dunklen Künste (Dark Arts) dreht. Für Nicht-Eingeweihte: Das ist die böse Magie in der Welt der Hexen und Zauberer des Harry-Potter-Universums. Vorzugsweise angewandt von Lord Voldemort und seinen Anhängern, den „Todessern“. Aber das Dunkle passt zu Halloween. Und es hat sich ausgebreitet!

Für die Besucher der Studios ist das erfreulich: Seit knapp zwei Jahren können sie den „Verbotenen Wald“ betreten. Jenes Land um die Zauberschule Hogwarts, das die Schüler wegen seiner Bewohner – magische Wesen wie Riesenspinnen, Zentauren oder Werwölfe – nicht betreten dürfen. Die Riesenspinnen gibt’s übrigens auch im Studiowald, wo sie sich zum Schrecken mancher Besucher, begleitet von Blitz und Donner, lautlos von der Decke senken.

Was die Studios für Besucher einfach großartig macht? Man ist vom ersten Moment an mitten in der Welt Harry Potters. Die Tour beginnt in der großen Speisehalle von Hogwarts, die Tische sind gedeckt und derzeit ist die Halle mit Kürbismasken geschmückt. In den nächsten Hallen finden sich bekannte Schauplätze wieder: Das kuschelige Haus der Weasleys, die Schlafräume der Gryffindor-Schüler, der Eingangsbereich ins Zaubereiministerium, das Büro Albus Dumbledores und auch das von Dolores Umbridge, die im fünften Teil der Serie als Direktorin von Hogwarts eingesetzt wird.

Einmal durch die Winkelgasse, zweimal Gringotts bestaunen

Man wandert durch die Winkelgasse und seit dem Frühjahr steht auch die Magierbank Gringotts für Besucher bereit. Die es übrigens zweimal gibt: als intakte Version und nach ihrer Zerstörung mit schief hängenden Lustern, zerbröselten Marmorsäulen und viel Staub.

An Ausstattungen ist von den Kostümen über den Feuerkelch bis zu den Horkruxen alles zu sehen.

Wer sich einen Führer organisiert, der die rund vierstündige Tour begleitet, erfährt viele Geheimnisse. Dass zum Beispiel für die bekannteste Todesserin Bellatrix Lestange auch eine Maske angefertigt wurde, die sie aber nie getragen hat: Bellatrix hat sich immer zu Voldemort bekannt und versteckte sich nicht.

Eine ganze Grafik-Abteilung wurde beschäftigt, um Zauberbücher, Briefe und Zeitungen anzufertigen. Die Zauberbücher der Schüler in den Filmen sind alle durchgehend beschriftet, damit bei Kamera-Überfahrten über die Köpfe der Kinder nie eine weiße Seite zu sehen ist. Alle Buchrücken, die in den Filmen zu sehen sind, sind einzeln per Hand beschriftet.

Um Hagrid, den Wildhüter und Halbriesen perfekt darzustellen, wurde er im Film von zwei Personen gespielt: Von Robbie Coltrane für die Nahaufnahmen und vom Ex-Profi-Rugbyspieler Martin Christopher, der mit zwei Metern Körpergröße den Riesen gab, neben dem Harry, Ron und Hermine wie Puppen aussehen. Aus diesem Grund musste alles, was Hagrid anfasst, in zwei Größen hergestellt werden: eine für Coltrane und eine für sein Körperdouble. Sogar Hagrids Hütte gab es zweimal. Das Original steht im Studio, die Hütte für die Außenaufnahmen in Schottland hat der Special-Effects-Meister am Ende der Dreharbeiten gesprengt. „He likes explosions“, erzählt unser Guide.

Bei Harry Potter sind auch Züge Stars: Der Hogwarts-Express ist 30 Jahre lang als echter Zug durch die Lande gefahren, stand nach seiner Ausmusterung 17 Jahre auf Halde, bis er für den Film entdeckt wurde. Die Studiohalle, in der er heute steht, wurde um das Dampfross herumgebaut.

Noch eine Kleinigkeit: Dass Kurzzeit-Direktorin Dolores Umbridge keine Gute ist, weiß der echte Potter-Fan. Daran ändert auch ihre Vorliebe für die Farbe Rosa nichts. Wer sich auf der Tour ihr Kleid genauer ansieht, entdeckt, dass die kleinen Knöpfe am Ärmel gar keine echten Knöpfe sind: Es sind Totenköpfe.