Die Zauberwelt der Liebesblume. Schön wie Tahiti und sicher wie die Schweiz: Europas „Südsee“ ist ein blitzsauberes Inselparadies.

Von Udo Sagl. Erstellt am 27. April 2018 (09:06)

„Olá! Hallo!“ Der alte Bauer legt spontan seine Sichel zur Seite und winkt. Sobald er Wanderer erblickt, preist er sein frisch geerntetes Obst zum Kosten an.

„Anona“ nennt er die herzförmige Frucht in seiner Hand. „Paradiesapfel“, sagt er schließlich lächelnd, und er versucht, den klingenden Namen zu erklären. „Paraíso – Paradies!“ Mit sichtbarem Stolz und ausgestreckter Hand zeigt der freundliche Mann auf seine kleine Plantage und auf ihre prachtvolle Kulisse. Mächtige Berge, umgeben von üppig bewachsenen Terrassen, die bis zum tiefblauen Atlantik reichen. Wahrlich, der Garten Eden!

Das Plätschern lässt den Garten Eden blühen

„Madeira ist schön wie Tahiti, aber sicher und sauber wie die Schweiz“, heißt es im Internet-Reiseführer. Tatsächlich: Europas allergrünste Insel beschert mit ewigem Frühling und bunter Blütenpracht einen wunderbar milden Hauch von Südsee.

Dass alles so prächtig gedeiht, dafür sorgen die überall an den Hängen entlangplätschernden Levadas: Mehr als 1.300 künstlich angelegte Kanäle bewässern Felder und Gärten. Und weil neben jeder Levada ein Pfad verläuft, hat Madeira ein Wegenetz zu bieten, das seinesgleichen sucht und ständig gewartet wird. Besonders schön: Die am Rand der Wasserrinnen gepflanzten Schmucklilien (Agapanthus), auch „Liebesblumen“ genannt, sind mittlerweile auf der ganzen Insel zu finden und vermitteln mit ihren riesigen Blüten den ganzen Zauber der subtropischen Vegetation.

Blumenfreunde kommen außerdem im weitläufig und kunstvoll gestalteten botanischen Garten Jardim Botanico auf ihre Kosten: 2.000 Pflanzenarten sind zu bewundern. Und wer etwas von der Pracht kaufen will, findet in der großen Markthalle (Mercado dos Lavradores) in Funchal ein tolles Angebot an Blumen, Obst und Gemüse.

Funchal, malerisch an der sonnigen Südküste inmitten von Bananenplantagen gelegen, gilt als schönste Stadt Portugals und als gepflegteste Hauptstadt Europas. Ausgedehnte Fußgängerzonen, belebte Uferpromenaden und ausgezeichnete Fischrestaurants tragen wesentlich zur Wohlfühlatmosphäre bei.

Vom Adlerfelsen zur Christus-Statue

Ein Ausflug gefällig? Da bietet sich die gigantische Steilklippe Cabo Girao ebenso an wie der imposante Adlerfelsen, der alte Fischerort Câmara de Lobos, das liebliche Städtchen Caniço und der berühmte Wallfahrtsort Monte. Noch ein Tipp: Auf dem Felsvorsprung Ponta do Garajau zwischen Caniço de Baixo und Funchal steht die überdimensionale Christo-Rei-Figur, die an die Christus-Statue von Rio de Janeiro erinnert. Und von der Plattform des Bauwerks hat man den wundervollsten Ausblick aufs Meer. Paradiesisch.

Wissenswertes

Anreise: Direktflug von Wien nach Funchal mit Austrian Airlines (Flugzeit rund viereinhalb Stunden).

Hoteltipp: Quinta Splendida Wellness & Botanical Garden****, wenige Gehminuten vom Ortskern von Caniço entfernt; exotische Gartenlandschaft und ausgedehnter Wellnessbereich.

Restauranttipp: O Violino – stilvolles Lokal in der Rua D. Carlos I. in Funchal; köstliche Fischgerichte (Degenfisch, Thunfisch) und Fleischspieße (Espetada).

Infos und Buchungen: Spezialist für Madeira (eigener Katalog) ist der Reiseveranstalter Rhomberg (www.rhomberg-reisen.com), 6850 Dornbirn, Eisengasse 12, ( 05572/22420-0.