Die „Sonneninsel der Seligen“. Was für ein Charme: Mallorcas kleine Schwester bezaubert mit natürlicher Schönheit und sanfter Anmut.

Von Udo Sagl. Erstellt am 30. Juni 2017 (10:45)

„Schau, das hier ist mein Büro!“ Spontan zeigt Mateo mit weit ausgebreiteten Armen auf die paradiesische Bucht von Cala Galdana, und er strahlt dabei mit der Sonne um die Wette.

Der rundum glückliche Mateo heißt eigentlich Mathieu, war einst einmal Bankfachmann in Belgien und lebt nun schon so lange auf seiner Trauminsel, dass er sich an sein früheres Leben kaum mehr erinnern kann. Heute führt er naturbegeisterte Gäste zu den schönsten Plätzen Menorcas – und er tut es mit sichtbarer Begeisterung. „Gibt es einen schöneren Arbeitsplatz?“

Mateo hat Recht: Die kleine Schwester Mallorcas bezaubert mit einem sanften, schier unwiderstehlichen Charme.

30.000 Kühe und ein Hauch von Karibik

Grünes Hügelland mit riesigen Weiden für 30.000 Kühe. Urige Dörfer mit weiß getünchten Häusern. Weitläufige Sandstrände mit türkisblauem Meer. Unverbaute Buchten mit edlem Karibik-Flair. All das lässt sanften Tourismus erblühen.

Menorca-Besucher schätzen vor allem den rund 200 Kilometer langen, gut markierten Weitwanderweg Camí de Cavalls. Die in 20 Etappen unterteilte Route erschließt große Teile der facettenreichen, locker bewaldeten Küste mit prächtigen Aussichtspunkten.

Auch Ausflüge per Jeep, Fahrrad oder Kajak führen vor Augen, warum die UNESCO das vorbildlich ursprünglich gebliebene Menorca zum Biosphärenreservat geadelt hat. Im Mittelpunkt steht die Lagune des Schutzgebietes S‘Albufera, in dem 200 Vogelarten leben. „Ja, die Natur ist unser Kapital“, meint der aus Wien stammende Fremdenführer Ronald, der genauso wie Mateo irgendwann hiergeblieben ist. „Auf der Insel der Seligen“, wie er seine neue Heimat nennt. Denn die Menorquiner haben ein äußerst sonniges Wesen. Zufriedenheit ist ihnen ins Gesicht geschrieben.

Ein Glas Pomada mit Eis ist einfach Pflicht

Wohlfühlatmosphäre auch in der Hauptstadt: Mahón liegt am zweitgrößten Naturhafen der Welt und beeindruckt mit seiner einladenden Promenade ebenso wie mit seinem kunterbunten Markt. Hier kann man sich so richtig fein durchkosten.

Regionale Spezialitäten gibt’s in Hülle und Fülle. Wie wär’s mit Sobrasada, dieser köstlich würzigen Rohwurst? Oder mit einem Glas Pomada, aus Limonade und Gin samt Eis gemixt? Schmeckt herrlich.

Zum Abschluss noch ein bisschen Kultur gefällig? Ciutadella gilt als eine der schönsten Kleinstädte Spaniens. Die prunkvollen Paläste sind Zeugen einer glorreichen Vergangenheit.
Noch älter sind die prähistorischen Ruinen von Trepucó mit einem Monument, das an Stonehenge erinnert. Fremdenführer Ronald erzählt, dass Menorca erstmals vor 4.000 Jahren von Menschen betreten wurde: „Und irgendwann blieben sie dann dort ...“

Wissenswertes

Anreise. Direktflug mit Austrian jeden Samstag, Wien ab 17.40 Uhr, Menorca an 20.10 Uhr; Menorca ab 21.20 Uhr, Wien an 23.40 Uhr.

Infos und Buchungen. Spezialist für Menorca (eigener Katalog) ist der Reiseveranstalter Rhomberg (www.rhomberg-reisen.com), 6850 Dornbirn, Eisengasse 12, Tel.: 05572/22420-0.

Hoteltipps.  Artiem Audax **** in einzigartiger Natur an der Cala Galdana; Prinsotel La Caleta**** mit Wohlfühlatmosphäre an der Cala Santandria, eine Woche mit Flug, Transfer, Doppelzimmer, Halbpension, ab 1.099 Euro pro Person (www.rhomberg-reisen.com/menorca/ciutadella-und-der-westen/prinsotel-la-caleta).