Niederösterreich

Erstellt am 07. Februar 2019, 06:27

von Michaela Fleck

Zwei Kufen, ein gführiger Schnee. Bergab geht’s nicht nur mit Brettern. Sondern auch mit Kufen. Die fühlen sich auf einer Bahn genauso wohl wie auf einer Wiese. Und haben’s am liebsten gemütlich – und mit Aussicht.

Ober der Ybbs, unter dem Sonntagsberg und vor den Fenstern des Aigner-Bauern (im Bild) wird im Mostviertel genauso gerodelt wie am Tirolerkogel, in Annaberg, in Opponitz oder in Loich im Pielachtal.  |  Mostviertel Tourismus/Weinfranz

„Bei uns ist immer viel los!“ Freut sich Karl Weber. Und meint damit nicht seine schwarzen Pisten. Sondern seinen Übungshang. Genauer: 200 Meter davon. Die gehen direkt von der Annaberger Reidlhütte den Hang hinunter, mit Absperrung auf der rechten und Förderband auf der linken Seite.

Dort, mit Dach obendrüber und mit Fenstern zwischendurch, fahren nicht nur Ski, sondern auch Rodeln nach oben. Und einmal in der Woche fahren sie auch im Finstern, bei Flutlicht, von fünf bis sieben. „Samstag Abend ist besonders viel los“, so Karl Weber.

Das ist am Semmering nicht viel anders. Dort gehen jeden Samstag und jeden Freitag die Flutlichter an. Und fahren die Rodeln talwärts, drei Kilometer lang, durch Kurven und Tunnels und an Riesen und Drachen vorbei. „Unsere knapp 200 Rodeln zum Ausborgen sind fürs nächste Wochenende fast schon ausgebucht“, sagt man bei den Semmering-Hirschenkogel-Bergbahnen. Gefahren, nämlich mit der Gondel („mit Rodel muss man mit der Gondel kommen“) auf 1.350 Meter Seehöhe, wird dagegen täglich. Präpariert auch.

„Fürs Rodeln ist jeder Schnee der ideale Schnee!“ Karl Weber, Geschäftsführer der Annaberger Liftbetriebs-Ges.m.b.H

Schließlich kann man zwar auf „jedem Schnee“ rodeln, lacht Karl Weber am Annaberg, „nur nicht im Tiefschnee“. Deshalb wird ja auch präpariert. Aber, und das gilt nicht nur für die Kinder: „Wir empfehlen mit Sturzhelm!“ Den Rest der Ausrüstung borgt man sich entweder aus oder bringt man mit. Wie einen Gipfel weiter, am Tirolerkogel. Dort muss die Rodel selbst hinauf gezogen werden. Dafür belohnt eine 4,1 Kilometer lange Abfahrt – am besten nach dem Einkehrschwung im 1.377 Meter hohen Annaberger Haus.

Großes Vergnügen auch für Kleine: Bobfahren am Wechsel.  |  : Martin Fülöp

Unterwegs in NÖ: Rodelbahnen und Co.

Naturrodelbahnen haben das Mostviertel, der Wienerwald und natürlich auch die Wiener Alpen zu bieten. Hier die schönsten Strecken:

Annaberg: Neben dem überdachten Förderband der Reidl lifte liegt der Rodelhang, wo jeden Samstag ab 17 Uhr auch bei Flutlicht gerodelt wird. www.annaberg.info

Tirolerkogel: Vom Annaberger Haus (Aufstieg: 1,5 bis 2 Stunden) rodelt man über einen Teil der Langlauf-Loipe und eine gewalzte Skating-Bahn ins Tal. www.annabergerhaus.at

Semmering: Am Hirschenkogel fährt man mit der (Kabinen-) Seilbahn zum Liechtensteinhaus und durch die Erlebnis-Rodelbahn bergab – jeden Freitag und Samstag ab 18 Uhr auch bei Flutlicht. Nicht ganz so alpin und sehr familienfreundlich geht es auf der Panhanswiese mit ihrer 200 Meter langen Roelstrecke zu. www.semmering.com

Gerodelt wird in Niederösterreich aber auch am Hocheck bei Alland, am Stuhleck hinterm Semmering und am Lindkogel über Rohrbach, am Peilstein bei Schwarzensee, am Unterberg nach Pernitz und auf der MaMau-Wiese nach Gutenstein. Am Schneeberg rodelt man von der Hengsthütte, auf der Rax vom Preiner Gscheid, in Mariensee vom Mönichkirchner Schwaig, in St. Corona am Wechsel von der Herrgottschnitzerhütte und zwischen Mödling und Gumpoldskirchen vom Anninger haus. Noch mehr Rodelstrecken mit Anfahrt, Aufstieg und Infos unter: www.winterrodeln.org