Artenschutz macht keine Ferien. Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen – und natürlich auch herzeigen. Wer von uns bringt nicht gerne Urlaubssouvenirs mit nach Hause. Sei es für sich selbst oder auch als kleine Aufmerksamkeit für jene, die daheim geblieben sind.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 14. August 2019 (10:56)
Symbolbild
Charlotte Bleijenberg/Shutterstock.com

Aber Achtung, bitte immer darauf schauen, woraus die Souvenirs gemacht sind. Immer wieder müssen auch, sogar geschützte, Tier- und Pflanzenarten als Rohstoff für Urlaubsmitbringsel herhalten. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich auf den Kauf zu verzichten.

Keinen Gedanken wert sein sollte der Kauf von getrockneten Seepferdchen, in Alkohol eingelegten Schlangen oder auch zum Beispiel von Korallenschmuck. Somit leistet man nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz, man schützt sich auch selbst, denn bei Einfuhr drohen Beschlagnahmung und rechtliche Konsequenzen.

Artenschutz ernst nehmen – auch im Urlaub

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen, die sogenannte CITES-Konvention, listet zirka 33.000 Arten gefährdeter Tiere und Pflanzen weltweit auf. Viele dieser Arten dürfen überhaupt nicht gehandelt werden, denn der Handel trägt, so wie auch der Verlust von Lebensräumen, massiv zum Aussterben dieser Arten bei. Auch wenn viele Produkte vermeintlich frei gehandelt werden, bedeutet das nicht, dass man bei der Einfuhr vor Konsequenzen geschützt ist. Verstöße gegen Bestimmungen der CITES-Konvention werden mit  Geldstrafen und im Härtefall sogar mit Haftstrafen geahndet.

„Das Kaufen oder Mitnehmen von tierischen oder pflanzlichen Mitbringseln sollten wir schlichtweg vermeiden. Das gilt auch für den Besuch von Attraktionen, bei denen Tiere zur Schau gestellt werden. Delphine, Wale oder Robben sind keine Streicheltiere und gehören sicherlich nicht in viel zu kleine Pools, damit Besucherinnen und Besucher besonders coole Fotos für social media erhalten“, weiß Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Stadt Wien – Umweltschutz zu argumentieren.

Das perfekte Erinnerungsfoto

Selbst Fotos zu machen, ist unkompliziert, ein schöner Zeitvertreib und die entstandenen Urlaubseindrücke lassen sich auch Monate später wieder in Erinnerung rufen. 

In einigen Fällen sollte man jedoch auch auf Fotos verzichten: Angebote mit garantierten Wildtiersichtungen, zum Beispiel Delphin-Schnorchel-Touren, sind zu hinterfragen. Oftmals werden Tiere angelockt oder aufgeschreckt. Das erzeugt Stress bei den Tieren und ist weit entfernt von einem artgerechten Leben. 

Gleiches gilt für Tierfotografen, die Fotos von Urlaubern mit Papageien, Greifvögeln und Affen auf Strandpromenaden gegen Bezahlung anbieten. Viele dieser Tiere werden illegal und nicht tiergerecht gehalten. Und das trübt die nachträgliche Freude am Urlaubsbild sicherlich gewaltig. Tiere und Pflanzen ungestört in ihrer natürlichen Umgebung abzulichten, erzeugt auch auf Fotos eine angenehmere und harmonische Stimmung.