Wie regelmäßiges Gehen das Gehirn trainiert

Erstellt am 01. November 2018 | 04:00
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Foto: SeventyFour/Shutterstock.com
Spazieren gehen bringt Wohlbefinden. Umso besser, wenn man es regelmäßig tut. Wer die Bewegung aber auch noch mit Gedächtnisübungen kombiniert, profitiert noch mehr.

„Spazieren gehen geht immer und überall“, betont die Medizinerin und Kognitionswissenschafterin Katharina Turecek. Dazu braucht es keine aufwändige Ausrüstung, keine großartige Planung. Man kann durch die Stadt gehen, in den Wald gehen, durch einen Park spazieren, alleine oder gemeinsam oder in der Gruppe.

Gehen ist gesund

„Gehen ist gerade im fortgeschrittenen Alter wichtig, als Vorsorge gegen die heutigen Volkskrankheiten wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und auch Demenz“, schreibt sie in ihrem Buch „Gehirnspaziergang“. Und: „Wer häufig Bewegung macht, leidet seltener unter Depression, Ärger, Misstrauen und Stress.“

Gehen kann man aber auch kombinieren. Turecek macht das mit Übungen fürs Gehirn. „Bewegung und Gehirntraining in einem, das ist Gehirnspaziergang.“

Zum Beispiel kann man durch die Stadt schlendern, dabei Denkaufgaben lösen und gleichzeitig Fitness und Gehirn trainieren. Man kann sich auf die Geräusche in der Umgebung konzentrieren. Man kann die Ziffern der Autokennzeichen, an denen man vorbeigeht, zusammenrechnen. Man kann den Anfangsbuchstaben der Stadt nehmen und überlegen, welche Souvenirs mit demselben Anfangsbuchstaben es gibt …

Bei manchen Übungen geht es um Wortfindung, bei anderen ums Kopfrechnen, um Merkfähigkeit, Koordination oder Erinnerung. Gut ist es, wenn sie vielfältig und herausfordernd sind.

„Wenn wir zu Fuß gehen, verändert sich unser Gehirn Schritt für Schritt.“ Medizinerin und Kognitionswissenschafterin Katharina Turecek

Was das bringen kann? „Wenn wir zu Fuß gehen, verändert sich unser Gehirn Schritt für Schritt.“ Und: „Gehen und andere Ausdauersportarten regen die Bildung von Nervenzellen an.“ Damit diese auch bestehen bleiben, ist es wichtig, dass sie Anregungen erhalten. Herausfordernd und vielfältig sollten Denkaufgaben daher sein.

Die Kombination aus Gehen und Denkaufgaben bietet dabei einen weiteren Vorteil: „Gehirnjogging im Gehen ist schwieriger als im Sitzen – und der Trainingseffekt daher größer.“

Weil es dem Menschen schwerer fällt, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu lösen. Und damit wird beim Gehirnspaziergang auch die Fähigkeit verbessert, während des Gehens Aufgaben zu lösen. „Damit verringern Sie Ihr Sturzrisiko und reduzieren kleine Ärgernisse des Alltags wie verlegte Gegenstände“, schreibt Turecek.

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