Bedenkliche Stoffe in Kaugummis gefunden

Der Verein für Konsumenteninformation hat 100 Sorten Kaugummis auf Titandioxid und hormonell wirksame Substanzen (BHA, BHT) überprüft. 78 von 101 Produkten enthielten bedenkliche Stoffe!

Redaktion BVZ.at Erstellt am 10. September 2021 | 05:37
Kaugummi Symbolbild
Foto: Shutterstock/Billion Photos

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat Supermärkte, Drogeriemärkte, Süßigkeiten-Geschäfte und Spielzeugläden im Raum Wien und Niederösterreich besucht und von allen angebotenen Kaugummisorten je eine Packung eingekauft. Insgesamt wurden so 101 Proben gesammelt und auf Titandioxid, Butylhydroxianisol (BHA) und Butylhydroxitoluol (BHT) überprüft.

Dabei zeigte sich, dass 78 Produkte mindestens einen der drei Stoffe enthielten. Die vollständigen Ergebnisse können ab sofort auf www.konsument.at/KaugummiS21 eingesehen werden.

Farbstoff Titandioxid gilt als „nicht sicher“

Titandioxid (E 171) ist ein sehr beständiger weißer Farbstoff, der in Form von Nanopartikeln eingesetzt wird und nicht löslich ist. Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hat die Verwendung von E 171 als „nicht sicher“ eingestuft, da Bedenken hinsichtlich der zellschädigenden Wirkung von Titandioxid-Partikeln im Körper nicht ausgeschlossen werden können.

BHA (E 320) und BHT (E 321) werden als Konservierungsmittel eingesetzt. Beide Substanzen erwiesen sich im Tierversuch jedoch als hormonell wirksam (endokrin aktiv). Solche Stoffe können bereits in geringen Mengen das Hormonsystem beeinflussen und dadurch potenziell die Gesundheit schädigen.

Cocktaileffekte: Die Menge macht es aus

„Das Kauen eines Kaugummis wird alleinig wohl kaum einen Effekt haben“, so Birgit Beck, Projektleiterin im VKI. „Aber Expertinnen und Experten sind wegen der Menge der im Umlauf befindlichen hormonell wirksamen Stoffe besorgt und fürchten Cocktaileffekte. Es liegt daher der Schluss nahe, solche Substanzen aus Vorsorgegründen so gut wie möglich zu vermeiden“, so Birgit Beck weiter. „In unserer Untersuchung enthielten immerhin 23 Produkte keinen der drei geprüften Stoffe. Es gibt also durchaus Alternativen.“

Insgesamt enthielten 78 von 101 Kaugummis mindesten einen der drei Stoffe. Am häufigsten kommt BHA zum Einsatz (38 Produkte) gefolgt von BHT (26 Produkte) und Titandioxid (16 Produkte). Zwei Produkte enthielten sowohl BHT als auch Titandioxid.

SERVICE: Die vollständigen Ergebnisse der Untersuchung gibt es auf www.konsument.at/KaugummiS21.